Marlene Dietrich-Ausstellung in Oberhausen

Ich habe auf diesem Blog immer wieder mal auf Veranstaltungen hingewiesen, die sich in besonderer Weise mit der Oberhausener Geschichte beschäftigen oder von Oberhausener Einrichtungen durchgeführt wurden.
Am kommenden Samstag gibt es wieder solch ein Highlight, denn Marlene Dietrich kommt in die Gedenkhalle. Natürlich nicht die Künstlerin selbst. Sie ist ja schon 1992 verstorben. „Die Dietrich“ steht aber im Mittelpunkt einer Wechselausstellung, die sich vom 12. Juni bis zum 11. Dezember 2016 mit ihr beschäftigen wird.

Es geht um

„Marlene Dietrich.

Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis.“

(© Gedenkhalle Oberhausen)

Wer kennt sie nicht als laszive Lola Lola aus dem Filmklassiker „Der blaue Engel“? Wer hat nicht schon mal von den berühmten langen Beinen der Welt gehört oder von den Marlene-Hosen? Und wer hat sie nicht schon einmal singen hören „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ oder „Sag mir, wo die Blumen sind“? Marlene Dietrich: Schauspielerin, Sängerin, Weltstar, Diva – es verbinden sich viele Bilder und Begriffe mit ihr. Die Gedenkhalle wird in ihrer Ausstellung, die sie mit Unterstützung der Marlene Dietrich Collection Berlin realisiert, einen Aspekt der Künstlerin herausarbeiten, der bislang so noch nicht in der Genauigkeit erzählt wurde: das Verhältnis von Marlene Dietrich zu Deutschland und den Deutschen, mithin den Nazis. Denn die gebürtige Berlinerin ging zwar noch vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten nach Hollywood, ließ sich aber nach 1933 auf keine Zusammenarbeit mit den Nazis ein und half lieber deutschen Flüchtlingen im Exil. 1939 wurde sie US-amerikanische Staatsbürgerin und unterstützte den Kriegseinsatz gegen Nazi-Deutschland aktiv. Ein Fakt, der ihr bei ihrer Deutschland-Tournee 1960 von Teilen der deutschen Öffentlichkeit vorgeworfen wurde. Zur gleichen Zeit feierte man sie in Israel für dieselbe Haltung. Dieser in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Geschichte, die bis in die letzten Jahre vor ihrem Tode nachgezeichnet werden kann, geht die neue Wechselausstellung der Gedenkhalle auf den Grund. Neben vielen Fotografien aus dem Leben zeigen zahlreiche Dokumente und weitgehend unbekannte Filmsequenzen, für welche Haltung Marlene Dietrich über ihr gesamtes Leben hinweg stand. Zur Ausstellung wird ein umfangreiches und vielfältiges Begleitprogramm angeboten. Nähere Informationen finden sich auf der Homepage der Gedenkhalle.
Die Oberhausener Wechselausstellung ist eine Eigenproduktion, die dank der umfassenden Unterstützung durch die Marlene Dietrich Collection Berlin realisiert werden.

Seit 1993 der gesamte Nachlass dieser Künstlerin von Weltruf von der Stadt Berlin gekauft wurde, werden mehr als 300.000 einzelne Stücke – vom Zigarettenetui über Pelze und Möbel bis hin zu Fotografien und ihrer Korrespondenz – in der Marlene Dietrich Collection der Deutschen Kinemathek fachwissenschaftlich erschlossen und konservatorisch gesichert. Insbesondere der schriftliche und fotografische Nachlass von Marlene Dietrich spielte für die Entwicklung der Ausstellung der Gedenkhalle eine zentrale Rolle. So konnten aus den originalen Zeugnissen die werthaltigen Positionen des Weltstars mit deutschen Wurzeln herausgefiltert werden.

Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, dem 11. Juni 2016 um 18 Uhr in der Gedenkhalle Oberhausen. Als Ehrengast wird Beate Klarsfeld zugegen sein.

Beate Klarsfeld 2015 (© Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons)

Bekannt wurde Beate Klarsfeld, als sie 1968 den damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger wegen seiner NSDAP-Vergangenheit ohrfeigte. Sie  machte es sich zusammen mit ihrem Mann Serge zur Lebensaufgabe,  ehemalige Nationalsozialisten zu enttarnen und vor Gericht zu bringen – darunter Klaus Barbie, den „Schlächter von Lyon“, Kurt Lischka und Herbert Hagen. Als Barbie verurteilt wurde, hatte Beate Klarsfeld eine Nachricht von Marlene Dietrich auf dem Anrufbeantworter, die sagte: „Wunderbar, was Sie tun!“ Bis zu ihrem Tode hielten Beate und Serge Klarsfeld freundschaftlichen Kontakt mit Marlene Dietrich.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten findet man auf der Homepage der Gedenkhalle.

„Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis“
Gedenkhalle Oberhausen
Eröffnung: Samstag, 11. Juni 2016, 18 Uhr
Ausstellungsdauer: 12. Juni 2016 – 11. Dezember 2016
Eintritt frei.
Öffnungszeiten: Di-So, 11-18 Uhr.
www.gedenkhalle-oberhausen.de
( 0208-6070531-11 (Di 10-12 Uhr; Do 14-16 Uhr).

Gedenkhalle Oberhausen
Konrad-Adenauer-Straße 46
46049 Oberhausen

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