TV-Vorschau 30. Januar – 5. Februar 2021

Geschichtsvergleiche als Teil politischer Auseinandersetzungen, die Geschichte der Pandemien und die Unfehlbarkeit des Papstes sind nur drei Themen der Geschichtssendungen der kommenden Woche. Viel Spaß bei der Auswahl.

Samstag, 30. Januar

  • n-tv stellt die „Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs“ in den Mittelpunkt des TV-Abends. „Blitzkrieg!“ (20.15 Uhr), „Kampf über England“ (21.05 Uhr), „Pearl Harbour“ (22.10 Uhr), „Schlacht um die Midwayinseln“ (23.10 Uhr), und die „Schlacht von Stalingrad“ (0.10 Uhr).
  • Arte widmet den Abend der Architekturgeschichte. Um 20.15 Uhr geht es um „Des Kaisers neue Oper“. „Wie entstand die Pariser Opéra Garnier, heute prunkvolles Wahrzeichen der französischen Hauptstadt? Im Jahr 1860 wurde der junge und noch unbekannte Architekt Charles Garnier Sieger im Wettbewerb für den Bau eines neuen Opernhauses. Fast 15 Jahre lang leitete Garnier die Baustelle des größten Theaterbaus des 19. Jahrhunderts.“„Der Reichstag – Geschichte eines deutschen Hauses“ folgt um 21.45 Uhr.
  • „Der Traum von der Neuen Welt“ ist abendfüllendes Thema auf Phoenix. Um 20.15 Uhr geht die Dokuserie los mit „Menschen im Aufbruch“, „Im Rausch der Geschwindigkeit“ folgt um 21 Uhr. „Reeder sind Rivalen“ lautet der Titel der Folge um 21.45 Uhr, um 22.30 Uhr heißt es „Grenzen werden geschlossen“.
  • ARD-alpha wirft einen Rückblick auf den Beginn des 20. Jahrhunderts. Um 20.15 Uhr „München 1900 – Von Bierbaronen und Künstlerfürsten“ und um 21 Uhr „Wien 1900 – Aufbruch in die Moderne“.
  • „Nach fast 60 Jahren begegnen sich Menachem und Fred, einst Heinz und Manfred Mayer, wieder. 1940 wurde die jüdische Familie aus dem badischen Hoffenheim deportiert und in einem Konzentrationslager im südlichen Frankreich interniert. […] Ihr Jugendfreund aus Hoffenheim, der spätere SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp, dessen Vater als SA-Truppenführer mitschuldig war an der Deportation, hat ein Wiedersehen der Brüder samt ihrer Familien in Hoffenheim arrangiert und finanziert. Die Brüder Mayer sind inzwischen mit den Hopps befreundet.“ „Menachem und Fred“ (tagesschau 24, 21.02 Uhr). — Es folgt „Zeugen – Wie der Holocaust ins Fernsehen kam“ (22.32 Uhr).

Sonntag, 31. Januar

  • In zwei Folgen der Reihe „Sprich mit mir“ erzählen Zeitzeugen auf ARD-alpha vom Zweiten Weltkrieg. Um 20.15 Uhr sind „Edith Walter und Valerie Schieder“ miteinander im Gespräch. „Edith Walter erlebt den Krieg als Spiel. Ihr Vater arbeitet in den Sommermonaten als Chauffeur von Hermann Goering in Bad Gastein. Aber sie erinnert sich sehr genau an die Stimmung im Vorkriegswien, als sie im Raimundhof aufgewachsen ist und erlebt hat, wie die ersten Kinder aus den Schulen deportiert wurden, während sie von ihrer Mutter für den Führer hübsch gemacht wurde, um ihm zuzuwinken und Blumen zu überreichen. Ihre Enkelin Valerie Schieder stößt immer wieder an die Grenzen dessen, was sie sich vorstellen kann. Die nationalsozialistische Gesinnung mancher Familienmitglieder kann sie genau so wenig nachvollziehen, wie das Mitläufertum. Trotzdem versucht sie, nicht zu verurteilen. Spannend. Historische Schwerpunkte: Wien / Bad Gastein / Ried im Innkreis“ — Um 21.05 Uhr folgen „Ines und Adrian Kluger“. „Ines Kluger ist eine junge deutsche Frau, die den Krieg in Breslau erlebt, sich verliebt und schließlich einen aus Wien stammenden Luftwaffenoffizier heiratet. Als Breslau zum Ende des Krieges zur Festung erklärt wird, muss sie mit ihrer Mutter und Schwester die Stadt verlassen, während ihre Großeltern in Breslau verhungern und von ihrem Vater begraben werden. Die Reise nach Wien in den Wirren des Kriegsendes ist abenteuerlich, aber zwischen den Zeilen taucht nach und nach Verschüttetes auf, das auch ihren Enkel Adrian in Erstaunen versetzt. Historische Schwerpunkte: Breslau, Oder-Neiße Linie, Wien“
  • Eine real-historische Abenteuergeschichte erzählt Arte um 20.15 Uhr. „England 1906: Offizier Percy Fawcett wird beauftragt, das noch unerforschte Grenzgebiet zwischen Bolivien und Brasilien zu kartografieren. Vor Ort stößt er unterwartet auf Spuren einer Hochkultur. – James Grays Film (2015) basiert auf der wahren Geschichte des britischen Forschers Percy Fawcett.“ „Die versunkene Stadt Z“ (USA 2017, Regie: James Gray).
  • Einblicke in das DDR-Gesundheitssystem gibt die MDR Zeitreise um 22.20 Uhr. „Unsere Ärzte – zwischen Beruf und Berufung“ titelt der Beitrag. — Um 22.50 Uhr folgt die Doku „Tests und Tote – Pharmaversuche an DDR-Bürgern“.
  • Geschichtsvergleiche sind immer auch ein Ausdruck des Empfindens der eigenen Situation und zugleich Mittel der Propaganda. „Gesundheitsschutz – per ‚Ermächtigungsgesetz‘ wie 1933? Verfolgt – wie einst Anne Frank? Die Bundesrepublik eine ‚DDR 2.0‘? ‚ZDF-History‘ durchleuchtet den Trend zu historischen Vergleichen.“ „Geklaute Geschichte – ‚Querdenker‘ und unsere Vergangenheit“ (23.45 Uhr).

Montag, 1. Februar

  • Die ARD fragt um 23.35 Uhr „Die Kirche bin ich – Wie der Papst unfehlbar wurde“. „Für den Dokumentarfilm begibt sich der renommierte Kirchenhistoriker Prof. Hubert Wolf auf die Spuren des auf dem Ersten Vatikanischen Konzil beschlossenen Dogmas der Unfehlbarkeit des Papstes. Vor 150 Jahren verkündete Papst Pius IX. dieses Dogma in der Konzilsaula in Rom. Es besagt, dass der Papst nicht irren kann, wenn es um Lehrentscheidungen in Glaubens- und Sittenfragen geht, wenn er sie ‚ex cathedra‘ als endgültig entschieden verkündet. Seit ihrer Verkündung sorgt die Unfehlbarkeit des Papstes für Kontroversen. Der Papst kann demnach Katholikinnen und Katholiken auf der ganzen Welt Vorschriften in Glaubens-, Lebens-, und Moralfragen machen. Er kann den Bischöfen vorschreiben, was sie in ihren Bistümern tun oder lassen sollen. Im Lauf der Zeit werden Äußerungen der Päpste, Enzykliken und Rundschreiben von den Gläubigen wie unfehlbare Lehrentscheidungen aufgenommen, auch wenn sie es oft gar nicht sind. Sogar die größten Kritiker der Unfehlbarkeit, die größten Befürworter von Reformen, blicken immer dann, wenn Entscheidungen getroffen werden sollen, hoffnungsvoll nach Rom zum Papst. Und rufen ihn an als letzte Instanz. Ist hier der – wie es Hubert Wolf formuliert – ‚römischen Indoktrination gelungen den Katholikinnen und Katholiken einzuimpfen: Die Kirche ist der Papst‘? So wie es Papst Pius IX., jener Papst, der die Unfehlbarkeit zum Dogma erhob, einmal formulierte: Die Kirche bin ich.“

Dienstag, 2. Februar

  • Die Reihe „Geheimnisvolle Orte“ beschäftigt sich heute mit „Goebbels Villa & Hochschule der FDJ – Bogensee“ (RBB, 20.15 Uhr). „Verfallen steht am Bogensee, nördlich von Berlin, der Landsitz von Joseph Goebbels – und daneben die Kaderschmiede der FDJ. In seiner Villa empfing Goebbels seine Geliebte. Beinahe hätte er für diese Liebe seine Arbeit als Propagandaminister aufgegeben, doch er entschied sich für die Macht. Nach dem Krieg wurde hier am Bogensee der Funktionärsnachwuchs der Freien Deutschen Jugend ausgebildet.“ — Um 21 Uhr begibt man sich „Auf Spurensuche an einem geschichtsträchtigen Ort“: „Das Haus am Glienicker See“. „Das kleine Holzhaus am See von Groß Glienicke ist fast 100 Jahre alt. In ihm spiegelt sich deutsche Geschichte, das Schicksal von Menschen und Familien wider. Denn das Haus stand stets an vorderster Front der historischen Ereignisse: Gebaut durch die jüdische Familie Alexander, wird es in der Zeit des Nationalsozialismus enteignet und später wird hinter der Terrasse des Hauses die Mauer gebaut.“

Mittwoch, 3. Februar

  • Der ARD-alpha-Themenabend „Impfen“ beinhaltet auch historische Beiträge. Um 22.15 Uhr geht es um „Die Spanische Grippe“ und um 23.05 Uhr steht der „Schatten des Todes – Die Geschichte der Seuchen“ im Blickpunkt.
  • Um 22.15 Uhr geht es weiter mit der Reihe „Entdeckung der Heimat“. „1873 ersscheint Fontanes 3. Band der Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Seit Fontanes ersten Streifzügen ist viel passiert: Preußen hat drei Kriege geführt, es gibt ein Deutsches Reich – unter Preußens Führung. Und mittendrin: Das alte Brandenburg. Fontane schreibt: ‚In Brandenburg schmeckt alles nach Kiefer und Kaserne!‘“ „Fontanes ‚Havelland‘“ (RBB). — Um 23 Uhr schließt sich eine Rundreise mit Schauspieler Ulrich Noethen zu den „Schätze[„n“] Brandenburgs“ an. „Schätze Brandenburgs erzählt mit poetischer Kraft und visueller Eindrücklichkeit von Brandenburg anhand seiner architektonischen, kulturellen und historischen Schätze. Sie erzählt von Orten und Geschichten. Historische Personen, Ereignisse und Anekdoten erstehen vor unserem inneren Auge. Heimatkunde der besonderen Art, wenn man so will, opulent und genießerisch.“

Donnerstag, 4. Februar

  • Das biografische Drama über den südafrikanischen Freiheitskämpfer und Staatsmann Nelson „Mandela: Der lange Weg zur Freiheit“ (USA, Südafrika 2013, Regie: Justin Chadwick) ist um 20.15 Uhr auf RBB zu sehen.

Freitag, 5. Februar

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