TV-Vorschau 23. – 29. Januar 2021

Der 150. Jahrestag der Gründung des Deutschen Reiches spiegelt sich in den Geschichtssendungen der kommenden Woche vielfach wider. Ebenso der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Dazu u.a. ein Beitrag über Pandemien im 20. Jahrhundert und über die ersten Monate von Hitlers Herrschaft. Viel Spaß bei der Auswahl.

Samstag, 23. Januar

  • Eine Dokumentation über „Hitlers Leibarzt“ eröffnet den TV-Abend auf n-tv um 20.15 Uhr. „Der Tag, an dem Hitler starb“ schließt sich um 21.05 Uhr an. „Die Rekruten der Waffen-SS“ stehen um 22.10 Uhr im Blickpunkt. Schließlich folgen drei „Mega-Projekte der Nazis“. Um 23.10 Uhr „Super-Panzer“, um 0.10 Uhr „Hitlers Kampfjet ME262“ und um 1 Uhr die „Festung Berlin“.
  • Um 20.15 Uhr zeigt ARD-alpha die letzte Folge der Reihe „Habsburgs letzte Geheimnisse“ mit dem Titel „Die verborgenen Schätze der Maria Theresia“. — Um 21 Uhr folgt ein Stück Sportgeschichte: „Der Arlberg – Wiege des alpinen Skilaufs“.

Sonntag, 24. Januar

Montag, 25. Januar

  • „Wenige Wochen vor der Befreiung Buchenwalds erreicht ein dreijähriges Kind im Inneren eines Koffers das Lager und ist dem Tode geweiht, würde sich nicht eine Gruppe von Häftlingen des Jungen annehmen und ihn vor der SS verstecken. Dies wird zur schwersten Prüfung der einzelnen Häftlinge, die teilweise widerwillig, teilweise mit größten Bedenken im kleinsten Entscheidungsspielraum, den es geben kann, zwischen Leben und Tod, so handeln wie es ihnen ihre Werte vorgeben. Immer unter Lebensgefahr und in der Hoffnung, dass die Gefangenschaft in der Hölle auf Erden wenigstens etwas bringt, das Sinn macht, sichern sie das nackte Überleben des Kindes und damit die Hoffnung auf eine Zukunft. „Nackt unter Wölfen“ (BRD 2015, Regie: Philipp Kadelbach) ist die filmische Neuinterpretation des gleichnamigen Romans von Bruno Apitz, der 1958 erschienen ist. Bruno Apitz, selbst Häftling in Buchenwald, erzählt aus der Perspektive der Opfer vom Widerstand der Buchenwaldhäftlinge, die sich in der Hölle des Konzentrationslagers für die Rettung eines dreijährigen Jungen entscheiden. Seine Protagonisten sind kommunistische Gefangene, die im Illegalen Lagerkomitee organisiert sind.“ (MDR, 23.10 Uhr).
  • Vor einigen Monaten wiederholten die ARD-Sendeanstalten die amerikanischen TV-Serie Holocaust, die im Deutschland der späten 70er Jahre den Völkermord an den Juden aus der Verschwiegenheit riss. Die Doku „Zeugen – Wie der Holocaust ins Fernsehen kam“ erinnert um 23.35 Uhr in der ARD daran, dass es bereits vorher Fernsehdokumentationen zu diesem Thema gab. „1981: Zum ersten Mal sprechen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Holocausts im deutschen Fernsehen in der zweiteiligen Dokumentation ‚Zeugen – Aussagen zum Mord an einem Volk‘ – zur besten Sendezeit im Ersten. Erst 36 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg hat der Bremer Filmemacher Karl Fruchtmann damit den Gegenentwurf zur US-Dramaserie ‚Holocaust‘ geschaffen. Der Radio-Bremen-Film ‚Zeugen – Wie der Holocaust ins Fernsehen kam‘ erzählt die dramatische Entstehungsgeschichte der Dokumentationen. Fruchtmann hat vor 40 Jahren für die ARD die erste Dokumentation gemacht, in der jüdische Opfer zu Wort kamen. Die Geschichte hat ihn, der selbst in Dachau im KZ gesessen hat, nicht losgelassen.“

Dienstag, 26. Januar

  • In der ARD sind die beiden letzten Folgen der 3. Staffel der Serie „Charité“ zu sehen. Um 20.15 Uhr die Folge „Sepsis“ und um 21.05 Uhr „Herzflimmern“.
  • Die Fortsetzung der Dokumentation „Wie kam Hitler an die Macht?“ läuft unter dem Titel „Tödliche Verschwörung“ um 20.15 Uhr im ZDF. „Der Zweiteiler fußt auf der vom ZDF aufwendig neu bearbeiteten BBC-Reihe ‚Rise of the Nazis‘. Im Zentrum dieser Folge steht die Frage, wie es Hitler nach dem Einzug in die Reichskanzlei gelingen konnte, aus Deutschland in kürzester Zeit eine Diktatur zu machen.“
  • Arte hat vier Beiträge der Reihe „Geschehen, neu gesehen. – ‚Wahre Geschichte‘“ im Programm. Um 20.15 Uhr geht es um „Papst Johannes Paul II., Freiheit ist teilbar“. „Der neue Johannes Paul II Pontifex verfolgte seit 1978 zwei große Ziele: die Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft wiederherzustellen und den kommunistischen Atheismus zu bekämpfen.“ — Um 21.05 Uhr folgt „‚Not bad at all!‘ Ronald Reagan, 40. Präsident der USA“. — „Mao. Vermeintlicher Vater des modernen China“ ist um 22 Uhr an der Reihe, — ehe schließlich um 22.55 Uhr der Mythos „Adolf Hitler, ‚Größter Feldherr aller Zeiten?‘“ demontiert wird.
  • „Der Müggelsee“ ist Thema der Reihe „Geheimnisvolle Orte“ um 20.15 Uhr auf RBB. „Der Müggelsee ist der größte Berliner See und in den angrenzenden Müggelbergen findet sich die höchste Erhebung der Hauptstadt – ein Ort der Superlative. Die jüngere Geschichte des Müggelsees ist die der kleinen Leute und der Sehnsucht nach Licht, Luft und Sonne. Mit Beginn der Industrialisierung und der beginnenden Erholungssuche der Massen wird der See zum Ausflugsziel der Arbeiter schlechthin.“
  • Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus sendet der MDR um 22.10 Uhr den Beitrag „Vernichtet – Eine Familiengeschichte aus dem Holocaust“. „Der Film folgt den Schritten der Vernichtung, vom scheinbar Harmlosen zum nicht mehr Fassbaren. So führt auch von Glambeck, einem Ort mit Kirche und Klapperstorch, der Weg an die Orte des Holocaust. Auschwitz. Aber auch Kaunas und Treblinka. Ebenso Bielefeld, Berlin-Grunewald, Neuendorf im Sande und ein Ort mit dem Märchennamen Schniebinchen. Auschwitz ist überall.“

Mittwoch, 27. Januar

  • „Ihre Biografien könnten unterschiedlicher nicht sein: Während der eine deportiert wird, durchläuft der andere die Nazi-Eliteschule Napola und schüttelt sogar Hitler die Hand. Ihre Lebenswege kreuzen sich im österreichischen Konzentrationslager Gusen. Der eine kämpft als Häftling täglich um sein Leben, der andere genießt als Sohn des Lagerleiters Privilegien. Zum ersten Mal werden sich die beiden nun nach 75 Jahren persönlich begegnen.“ „Getrennt durch Stacheldraht – Jugendjahre im KZ Gusen“, 3sat, 20.15 Uhr. — „Zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz erzählt der Film „Vernichtet“ die Geschichte einer Brandenburger Familie: Sie wurde auseinandergerissen, deportiert und an verschiedenen Orten ermordet.“ (21 Uhr). „Als ‚Holocaust‘ wird der Völkermord der Nationalsozialisten an den Juden bezeichnet. Wie viele jüdische Menschen Opfer des Holocaust wurden, lässt sich nur schätzen: zwischen 5,6 und 6,3 Millionen. Damit so etwas nie wieder passiert, darf die systematische und organisierte Ermordung von Menschen niemals in Vergessenheit geraten. Doch wie kann die Erinnerung bewahrt werden? Vor allem, wenn die letzten Zeitzeug*innen nicht mehr da sind, um ihre Stimme mahnend zu erheben?“ Dieser Frage geht die Diskussionsrunde „RESPEKT – Demokratische Grundwerte für alle! Holocaust – Erinnern ohne Zeitzeugen“ um 21.45 Uhr auf ARD-alpha nach. — Um 22.15 Uhr folgt „alpha-thema Gespräch: Holocaust – Die Erinnerung bleibt“. — Der Beitrag „Kinder des Krieges – Deutschland 1945“ beendet den Themenschwerpunkt um 22.45 Uhr.
  • Unter dem Titel „Ohne Gnade“ sendet der BR um 22 Uhr eine Dokumentation zum Thema „Euthanasie im Nationalsozialismus“. „Anhand von drei Opferbiografien zeichnet “Ohne Gnade” das perfide System der Euthanasie im Nationalsozialismus nach und begleitet Angehörige auf ihrer Suche nach der Wahrheit.“ — Im Anschluss folgt eine Diskussion zum Thema „Welches Leben ist lebenswert?“ „Andreas Bönte diskutiert mit der Medizinhistorikerin Dr. Susanne Ude-Koeller, Mitglied des Forschungsprojekts NS-‚Euthanasie‘ in Erlangen, der an Muskelatrophie erkrankten Juristin und Richterin Nancy Poser vom Forum behinderter Juristinnen und Juristen (FbJJ) und dem Augsburger Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger, der dem 2020 gegründeten Bayerischen Ethikrat angehört, über den Wert und die Würde des Menschen.“
  • Fabian Hinrichs präsentiert in Teil 2 der Reihe „Die Entdeckung der Heimat“ „Fontanes ‚Oderland‘“. „Die große Doku-Reihe lädt dazu ein, auf Fontanes Spuren die Geschichte der Region Berlin-Brandenburg lustvoll neu zu erkunden. Die fünf Bände seiner ‚Wanderungen durch die Mark Brandenburg‘ geben dabei die Route vor.“ (RBB, 22.15 Uhr). — Am Montag sendete der MDR die Neuverfilmung des Romans „Nackt unter Wölfen“. Hier und heute ist um 23 Uhr die Fassung von Frank Beyer aus dem Jahr 1963 zu sehen: „Nackt unter Wölfen“ (DDR 1963). „Der DEFA-Film ‚Nackt unter Wölfen‘ entstand nach dem gleichnamigen Roman von Bruno Apitz, der selbst acht Jahre lang Häftling im Konzentrationslager Buchenwald war. Frank Beyer gestaltete einen psychologisch nuancierten Film, der differenzierte Porträtstudien von Henkern und Opfern mit seltener Eindringlichkeit und Authentizität zeichnet.“

Donnerstag, 28. Januar

  • Der Film „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (BRD 2015, Regie: Lars Kraume) ist ein „kraftvolles, fesselndes Porträt des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer, ohne den der Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965) und die Ergreifung von Adolf Eichmann undenkbar gewesen wären.“ (RBB, 20.15 Uhr).
  • „18. Januar 1871, vor 150 Jahren, wird im Spiegelsaal von Versailles Wilhelm I. als deutscher Kaiser proklamiert. Das Schloss, einst Regierungssitz von “Sonnenkönig” Ludwig XIV., war ein nationales Symbol – und die Proklamation somit eine Machtdemonstration gegenüber Frankreich, ein triumphaler Akt im Saal der 357 Spiegel. Die Doku „Schloss Versailles – Im Spiegelsaal der Geschichte“ erzählt Versailles auch als einen Ort deutscher Geschichte.“ (SR, 20.15 Uhr).
  • „‚Mutter der modernen Pandemien‘ wird die Spanische Grippe genannt. Sie forderte 1918/19 mehr Tote als der Erste Weltkrieg. Damals wussten die Menschen nur sehr wenig über die Grippe. Erst 1997 gelang es, den genetischen Code der Spanischen Grippe zu entschlüsseln.“ Der Film „Mensch gegen Virus – von der Spanischen Grippe bis Corona“ wirft einen Blick auf die Pandemien des 20. Jahrhunderts (HR, 21 Uhr). — „‚Geheimnisvolle Orte‘ begibt sich auf Spurensuche im Ort mit der größten Dichte an Wintersportanlagen auf engstem Raum und dokumentiert eine Zeit, die für viele ein Aufbruch war, mit der Hoffnung auf Wohlstand und westliches Lebensgefühl in einer Oase mitten im Osten.“ „Oberhof“ (23 Uhr). — „Der Dokumentarfilm „Die Oslo-Tagebücher“, eine internationale Koproduktion, dokumentiert zum ersten Mal, was wirklich bei den geheimen israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen in Norwegen 1992/93 geschah.“ (23.45 Uhr).

Freitag, 29. Januar

  • „Essen zur Jahrhundertwende: Zollverein ist die förderstärkste Zeche im Land. Sie zieht Arbeiter in die Stadt. Werkssiedlungen entstehen, Schulen und Krankenhäuser werden gebaut. Die Kohle bringt den Fortschritt: elektrische Straßenbahnen, Licht, Telefon. Große Warenhäuser eröffnen und die erste Fußgängerzone des Landes entsteht. Die Dokumentation „Wie der Fortschritt nach Essen kam – Eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert“ ist eine spannende Zeitreise zurück in die Zeit, als die Industrialisierung das Leben in Essen auf den Kopf stellte.“ (WDR, 20.15 Uhr).
  • Am Montag in der ARD, heute um 21.30 Uhr auf Tagesschau 24: „Zeugen – Wie der Holocaust ins Fernsehen kam“.

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