TV-Vorschau 4. – 10. Januar 2020

Willkommen im neuen Jahr. Ich hoffe, ich finde auch 2020 wieder einige Geschichtssendungen im deutschen Fernsehen und helfe allen Geschichtsinteressierten bei der Auswahl. Heute reicht die Spannbreite wieder vom Neandertaler bis zum zeitgenössischen Umgang mit der Vergangenheit. Viel Spaß bei der Auswahl.

Samstag, 4. Januar

Sonntag, 5. Januar

  • „Die Spanische Armada“, die legendäre Kriegsflotte, ist Thema eines Dreiteilers auf Phoenix. Um 20.15 Uhr erfolgt zunächst „Angriff auf England“, um 21 Uhr „Seeschlacht um die Krone“, um 21.45 Uhr schließlich „Der Untergang“. — Um 22.30 Uhr folgt noch der Beitrag „Imperium – Das Gold der Piraten“. „Sie raubten, mordeten und brandschatzten – die berüchtigten Piraten der Karibik. Doch im 19. Jahrhundert ging die Ära der Freibeuter zu Ende. Was besiegelte den plötzlichen Niedergang und wo waren ihre Schätze geblieben?“
  • Berlin in den 20er Jahren war in der letzten Zeit oft Thema historischer Dokumentationen, nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Krimiserie Babylon Berlin (derzeit wieder im MDR). Bei Arte geht es heute um Paris in dieser goldenen Zeit. Um 22 Uhr ist das Porträt „Josephine Baker, Ikone der Befreiung“ zu sehen. „Im Jahr 1925 verließ die junge schwarze Varieté-Tänzerin Josephine Baker die USA und machte sich auf den Weg nach Europa. Sie entfloh der Rassentrennung und versuchte ihr Glück in Paris. In nur einer Nacht wurde sie zum Liebling der französischen Metropole. Ihr ‚Danse sauvage‘ sorgte für Furore auf dem alten Kontinent. Eine Dokumentation über Bakers politisches Erwachen.“ — Um 22.55 Uhr schließt sich „Den Frauen gehört die Nacht – Paris, 1919–1939“ an. „In glamourösen Pariser Music-Halls, zwielichtigen Kabaretts und Tanzlokalen verkehrten in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen die Stars der französischen Varieté- und Tanzszene. Die Auftritte und das Repertoire von Gaby Deslys, Mistinguett, Joséphine Baker, Marianne Oswald und Suzy Solidor veranschaulichen das Lebensgefühl im Paris der wilden Zwanziger.“
  • Im ZDF ist heute der dritte Teil der Serie „Das Boot“ mit dem Titel „Verluste“ zu sehen (22.15 Uhr). — Um 0.10 Uhr schließt sich die ZDF History-Doku „Das Boot – die Dokumentation Teil 2“ mit dem Titel „Gejagte“. — Ab 0.55 Uhr folgt „Die lange Nacht der U-Boote“.

Montag, 6. Januar

  • Auf Phoenix geht die Reihe „Momente der Geschichte“ durch die Weltgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Um 22.15 Uhr beginnt es mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und verfolgt die Zeit bis Mitte der 30er Jahre: „1914 – 1935“. Die kurze Zeitspanne „1935 – 1942“ folgt um 23 Uhr. Zeitlich noch dichter gibt sich die Folge „1943 – 1945“ um 23.45 Uhr. Um 0.30 Uhr geht es dann um die unmittelbare Nachkriegszeit „1945 – 1950“.
  • Der vierte Teil von „Das Boot“ läuft um 22.15 Uhr im ZDF.

Dienstag, 7. Januar

  • Die unrühmliche Kolonialgeschichte wird heute Abend auf Arte thematisiert. Um 20.15 Uhr geht es los mit einem Beitrag über die deutsche Kolonialherrschaft im heutigen Namibia: „Unter Herrenmenschen“ – Der deutsche Kolonialismus in Namibia“. — Dann folgt der Dreiteiler „Entkolonisieren“. „Von Algerien über Indien bis Vietnam erzählt ARTE in drei Teilen die Geschichte der Dekolonisierung.“ Teil 1 „Lehrjahre“ ist um 21.10 Uhr zu sehen, Teil 2 „Befreiung“ um 22.05 Uhr. Der dritte Teil „Die Welt gehört uns!“ folgt um 22.55 Uhr.
  • „Inside HVA – Ein deutscher Dienst im Kalten Krieg“ ist das Thema einer Doku um 20.15 Uhr auf RBB. „Die HVA, die Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit war der weltweit agierende Auslandsgeheimdienst der DDR. Eine der effektivsten Spionageorganisationen des 20. Jahrhunderts, berühmt-berüchtigt und geheimnisumwittert. Ein Mythos, ein ‚Tarnkappenbomber‘ Moskaus, der oft unter dem Radar der westlichen Geheimdienste flog. Ein Schattenreich, eine Black Box.“ Der zweite Teil läuft in einer Woche.
  • Der BR beschäftgt sich ausführlich mit dem Zweiten Weltkrieg in Bayern. Um 22 Uhr läuft die Doku „Bombenkrieg – Nürnbergs Untergang“. — Um 22.45 Uhr geht es um die Landeshauptstadt: „Als die Bomben nach München kamen“. — Um 23.30 Uhr um den Rest des Landes: „Bombenkrieg in Bayern“. — Und um Mitternacht ist Würzburg an der Reihe „Würzburg, 16. März 1945 – Protokoll einer Zerstörung“.
  • „Für die einen sind sie Verbrecher des Zweiten Weltkrieges, für andere kampfstarke Soldaten: In Deutschland wird die Waffen-SS seit den Nürnberger Prozessen als verbrecherische Organisation bewertet. Doch wer waren die Männer in Hitlers Elitetruppe? Warum kämpften sie gehorsam in diesem Krieg? Die Doku gibt einen Einblick und lässt die letzten noch lebenden Kämpfer über ihre Motive und Erlebnisse zu Wort kommen.“ „Die Rekruten der Waffen-SS“ um 22.10 Uhr auf N-TV.

Mittwoch, 8. Januar

  • Arte sendet das biografische Drama „Paula“ (BRD, FRA 2016, Regie: Christian Schwochow) um 20.15 Uhr. „Worpswede, 1900. Schon bei ihrer ersten Begegnung spüren Paula Becker und Otto Modersohn eine besondere Verbindung. Aus ihrer gemeinsamen Leidenschaft für die Malerei wird die große Liebe. – Mit ‚Paula‘ (2016) erzählt Regisseur Christian Schwochow das faszinierende Leben einer hochbegabten Künstlerin und radikal modernen Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts.“
  • Im MDR geht es um 20.15 Uhr um ostdeutsche Musikgeschichte: „AMIGA – der Sound der DDR“.
  • Es gibt viele Arten, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen: Bücher lesen, Filme und Dokus sehen, ins Museum gehen. Eine sehr aktive Art stellt der Film „Treffpunkt Kriegsgrab – Feiern für den Frieden“ um 21.17 Uhr auf Tagesschau 24 vor.
  • Phoenix beschäftigt sich am späteren Abend mit den NS-Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs. Um 22.15 Uhr geht es um „Polen 39 – Wie deutsche Soldaten zu Mördern wurden“. „Der Zweite Weltkrieg ist Anfang September 1939 nur wenige Stunden alt, da finden die ersten deutschen Verbrechen statt: Kampfflugzeuge machen Jagd auf Zivilisten, ‚ganz normale‘ deutsche Soldaten brennen polnische Dörfer nieder und ermorden jüdische Polen, Kriegsgefangene und polnische Zivilisten. Die Bilanz des Polenfeldzugs: Über 15.000 polnische Bürger werden im September und Oktober 1939 von SS und Wehrmacht außerhalb von Kampfhandlungen getötet.“ Kriegsverbrechen der Wehrmacht durfte es bis Ende der 1990er Jahre nicht geben. Erst die „Wehrmachtsausstellung“ enttabuisierte dieses Thema. — Um 23 Uhr folgt der Film „Die SS – Der barbarische Staat“. Ab 23.45 Uhr geht es dann um die „Jagd auf Klaus Barbie – Schlächter von Lyon“, gefolgt von einem Porträt der beiden „Barbie-Jäger“ „Nicht Rache, sondern Gerechtigkeit – Das Leben von Beate und Serge Klarsfeld“. Ich hatte einmal die Gelegenheit, Frau Klarsfeld persönlich zu erleben und kann nur sagen: Sie ist eine beeindruckende Persönlichkeit.
  • Der größte Massenselbstmord (und auch Mord) in der deutschen Geschichte berichtet der Film „Über Leben in Demmin“ um 22.45 Uhr in der ARD. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs nahmen sich dort hunderte Einwohner sich das Leben. „Sie schneiden sich die Pulsadern auf, vergiften, erschießen sich. Eltern töten erst ihre Kinder und dann sich selbst, ganze Familien gehen mit Steinen beschwert ins Wasser. Bis zum Ende der DDR wird über die genauen Umstände des beispiellosen Massensuizids geschwiegen. Heute versuchen Neonazis mit einem alljährlichen ‚Trauermarsch‘ die noch immer bestehende Leerstelle zu besetzen und für ihre Zwecke zu missbrauchen. Die Bewohner von Demmin sind im Umgang mit den Ereignissen tief gespalten.“ Der Film „erzählt von Depression, Gruppenzwang, Fremdenfeindlichkeit, falscher Trauer und dem politischen Missbrauch von Gefühlen – aber auch vom Überleben, vom Willen, sich gegen Hass und Fanatismus zu stellen und dem Wunsch, die Vergangenheit umfassend aufzuarbeiten.“

Donnerstag, 9. Januar

  • Ein weiteres weitgehend unbekanntes Kapitel des Kalten Krieges kommt um 20.15 Uhr in der Doku „Die Stadt unter dem Eis – Kalter Krieg auf Grönland“ auf Arte zur Sprache.
  • „Max Reger war so etwas wie ein Superstar seiner Zeit, der Zuhörer, Freunde und Kollegen mit seinen Kompositionen gleichermaßen faszinierte und abschreckte. Er galt als einer der ‚letzten Riesen‘, wurde als ‚neuer Bach‘ gefeiert und als brillanter Organist geschätzt. Und er war einer der meistgespielten Tonsetzer im deutschsprachigen Europa. Schönberg, Hindemith und Prokofjew verehrten ihn. […] Seine wichtigsten Schaffensjahre verbrachte der 1873 in der Oberpfalz geborene Künstler in Leipzig, Meiningen und Jena. In Meiningen leitete er die berühmte Hofkapelle. In Leipzig bestimmte er als Musikprofessor und Universitätsmusikdirektor das musikalische Leben der Stadt. Hier starb er im Alter von gerade 43 Jahren.“ Der Film „Max Reger – Ein musikalischer Koloss“ porträtiert den Musiker um 23.05 Uhr im MDR.

Freitag, 10. Januar

  • Auf Arte gibt es um 20.15 Uhr ein Historiendrama nach wahren Begebenheiten aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs: „Ein Dorf wehrt sich“ (BRD/AUT 2019, Regie: Gabriela Zerhau). „1945, der Zweite Weltkrieg ist fast vorbei, doch im österreichischen Salzkammergut herrschen die Nazis nach wie vor. In den Stollen des Salzbergwerks Altaussee lagern von Nazis geraubte Kunstschätze. Gauleiter Eigruber ordnet die Sprengung an, doch die Dorfbewohner widersetzen sich. – Der Film (2019) von Gabriela Zerhau setzt den tapferen Bewohnern von Altaussee ein spätes Denkmal.“
  • Das „Geheimnis Rursee“ lüftet der WDR um 20.15 Uhr. „Der Rursee im Nationalpark Eifel ist der zweitgrößte Stausee Deutschlands und der größte Nordrhein-Westfalens. Von Beginn an nutzten die Nationalsozialisten das Projekt für ihre Propaganda.“
  • „Weg vom Herd“ ist das Thema des dritten und letzten Teils der Reihe „Ostfrauen“ auf Tagesschau 24 (21.17 Uhr).
  • Piraten und ihre Geschichte sind Thema des Dreiteilers „Freibeuter der Meere“ auf Phoenix. Um 22.30 Uhr geht es zunächst um „Die Korsaren“, muslimische Piraten, die vor Europas Küsten unzählige Weiße in die Sklaverei verschleppten. — Es folgt um 23.15 Uhr „Sir Fancis Drake“, dessen Raubzüge zur Grundlage des British Empire wurden. — Und um Mitternacht stehen die „Piraten des Kaisers“ im Fokus: Ein Kaperschiff der deutschen Marine im Ersten Weltkrieg. — Um 0.45 Uhr geht man auf die Suche nach der „Schatzinsel des Robinson Crusoe“.

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