TV-Vorschau 9. – 15. September 2017

Ein Fast-Staatsbesuch, der Geschichte schrieb, eine Stadt, die für eine kurze Zeit Musikgeschichte schrieb, und ein ziemlich unbekannter Geheimdienst sind nur einige der Themen der Geschichtssendungen der kommenden Woche im deutschen Fernsehen.

Samstag, 9. September

  • N-TV sucht um 20.15 Uhr nach „Spuren der Vergangenheit“ und findet sie auf dem Obersalzberg. „Er machte ihn zu seinem Zuhause, seinem Rückzugsort, seinem Heiligtum: Der Obersalzberg war ein gewöhnlicher bayerischer Berg, bis Adolf Hitler ihn 1923 für sich entdeckte. Umgeben von seinen treusten Gefolgsleuten gerieten hier die dunkelsten Ideen der Menschheit zu grausamer Realität. Die n-tv Dokumentation zeigt anhand von Feldstudien, Überlebensgeschichten und computergenerierten Bildern, wie der Berg in einen gigantischen militärpolitischen Komplex verwandelt wurde.“ — Um 21.05 Uhr folgt „Hitlers Jurassic Park“. „Die Ausweitung des Deutschen Reiches war nur eine wahnwitzige Vision der Nazis. Mit Hilfe von namhaften Wissenschaftlern erstellten sie Entwürfe für Jagdparks, in denen längst ausgestorbene Tiere zu Leben erweckt werden sollten. Die Idee der ‚Arisierung‘ nahm ein absurdes Ausmaß an: Mittels genetischer Manipulationen versuchte man die Evolution zu kontrollieren.“ — Zwei Beiträge der Reihe „Mega-Projekte der Nazis“ folgen: um 22.05 „Die Wolfsschanze“ und um 23.05 Uhr „Hitlers Kriegsschiffe“.
  • Heute endet auf ARD-alpha die Reihe „Das bayerische Jahrtausend“ mit dem Beitrag „20. Jahrhundert: München“ um 20.15 Uhr. — Um 21 Uhr folgt der dritte und letzte Teil der Doku-Reihe „Die Maya – Mythos und Wirklichkeit“.
  • 30 Jahre ist es her, dass der DDR-Staatschef Erich Honecker einen Fast-Staatsbesuch in der Bundesrepublik unternahm. „Fast“, weil es offiziell kein Staatsbesuch sein durfte, auch wenn alles so aussah. Tagesschau 24 würdigt dieses Ereignis mit drei Beiträgen. Um 20.15 Uhr mit der Doku „Staatsbesuch beim Klassenfeind“. Gefolgt von dem Porträt „Erich Honecker – ein deutscher Politiker“ um 21.02 Uhr und beendet mit dem Kurzfilm „Gründung der Pionierorganisation“ um 22.02 Uhr.

Sonntag, 10. September

  • Mit Terra X begibt sich das ZDF um 19.30 Uhr auf „Zeitreise – Die Welt im Jahr 1800“. „Im Sommer des Jahres 1816 verursacht ein Vulkanausbruch in Indonesien einen Ascheregen, der weltweit zu Missernten und Hungersnöten führt. Menschen und Tiere hungern, viele sterben. Aus dieser Not heraus erfindet Karl Drais in Mannheim ein Fahrzeug ohne Pferde: Seine Laufmaschine wird zum Vorläufer des ersten Fahrrads. […] 1793 schickt der englische König George III. eine Delegation zu Kaiser Qianlong, aber der will keinen Handel mit England. Mit Hilfe von Opium erringt die britische Ostindien-Kompanie schließlich den wirtschaftlichen Sieg über das riesige Reich, indem sie Zehntausende Chinesen zu Abhängigen macht. Die Handelsgesellschaft entwickelt sich zum weltweit größten Drogenhändler. Immer wieder wird deutlich, dass die Begegnung mit der westlichen Welt für viele alte Kulturen ein zweischneidiges Schwert ist.“

Montag, 11. September

  • „24 Stunden, die die Welt veränderten: Am 9. November 1989 verlas Günter Schabowski, Mitglied und Sprecher des Politbüros des Zentralkomitees der SED, auf einer live im DDR-Fernsehen übertragenen Pressekonferenz die neue Reiseregelung der DDR.“ Das Doku-Drama „Schabowskis Zettel – Die Nacht, als die Mauer fiel“ führt den historischen Augenblick und seine Hintergründe vor Augen (Phoenix, 20.15 Uhr). — Um 21.30 Uhr widmet sich der Sender dem „Mythos Petersberg – Die Geschichte eines Hotels“ „Ganz oben, auf dem Petersberg bei Bonn mit Superausblick auf das romantische Rheintal haben sie alle mal gewohnt: Die Queen, der Schah von Persien, Leonid Breschnew, Bill Clinton … und Michael Schumacher nahm Corinna hier zur Frau. Das vor über hundert Jahren erbaute Gästehaus der Bundesrepublik – ein besonderer Ort.“
  • Um 21.05 Uhr zeigt N-TV den archäologischen Beitrag „Die Maya-Pyramide“ aus der Reihe „Giganten der Geschichte“. „Tief im Dschungel von Yucatán existiert bis heute die alte Maya-Stadt Chichén Itzá. Im Zentrum der Tempelanlage steht El Castillo – eine dreißig Meter hohe Stufenpyramide. Wie haben die Menschen damals hier gelebt? Welche Rituale und Zeremonien haben sie abgehalten? Die n-tv Dokumentation spricht mit den Geologen, die bei der Entdeckung der Ruinenstätte beteiligt waren und enthüllt die Rätsel der alten Maya.“
  • „Hagen, Ende der 70er Jahre: eine klassische ‚One Disco Town‘. Wer hier aufwächst, erlebt ein Großstadtkaff, irgendwo zwischen Ruhrgebiet und Sauerland. Und doch geht von hier ein mittleres musikalisches Erdbeben aus. In wenigen Jahren gründen sich dutzende Bands, darunter mit The Ramblers, The Stripes (mit der 19-jährigen Nena als Sängerin) und Extrabreit gleich drei Bands, die einen Vertrag bei einem Major-Label bekommen. Eine Seltenheit für deutsche Popbands in dieser Zeit. […] Hagens Blütezeit als Pop-Motor Deutschlands ist so kurz und heftig wie die Musik selbst und erzählt viel über die Mentalität der jungen Deutschen in den 80ern.“ Der WDR erzählt von dieser Zeit um 23.20 Uhr in der Doku „99 Luftballons über Hagen – Nena, Extrabreit und die Anderen“.
  • Die ARD sendet um 23.45 Uhr aus der Reihe „Geheimnisvolle Orte“ eine Doku über „Das KaDeWe“. „Das 1907 in Berlin eröffnete KaDeWe ist bis heute Deutschlands berühmtestes Kaufhaus. Wer Luxus sucht, wird hier fündig. Doch das Kaufhaus des Westens ist mehr als nur ein riesiger Einkaufstempel. Es ist zugleich ein Ort mit einer einzigartigen Geschichte. Gestützt auf bislang kaum gezeigte historische Filmdokumente erzählt diese Dokumentation die wechselvolle Historie des KaDeWe vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, die NS-Zeit und den Kalten Krieg bis in die Gegenwart.“

Dienstag, 12. September

  • Berlin nach dem zweiten Weltkrieg ist Thema auf N-TV. Um 20.15 Uhr „Berlin Berlin – Die Besatzer“ und um 21.05 Uhr „Berlin Berlin – Die Spione“.
  • RBB wiederholt um 20.15 Uhr die gestrige ARD-Doku „Geschichte im Ersten: Geheimnisvolle Orte – Das KaDeWe“. — Um 21 Uhr läuft die zweite Folge der Geschichtsreihe „Erlebnis Geschichte“ mit dem Titel „Heimat meiner Eltern“. „Waschechte Berliner und Brandenburger haben oft schwäbische, sächsische oder schlesische Vorfahren. Eine Spurensuche führt häufig in eine Zeit der Kriege, Wirtschaftskrisen und zu tragischen Ereignissen, an denen sich Weltgeschichte im Privaten spiegelt. Im neuen Magazin ‚Erlebnis Geschichte‘ sucht Moderator Urs Rechn nach bewegenden Familien-Schicksalen.“
  • Phoenix wirft einen Blick auf „Unsere Städte nach ’45“. „Der Zweite Weltkrieg hat die deutschen Städte verwüstet, doch Experten meinen, dass der Wiederaufbau mehr Bausubstanz vernichtet hat als der verheerende Bombenkrieg. Wie konnte das passieren?“ Teil 1 um 20.15 Uhr beschäftigt sich mit „Bomben und Bausünden“, Teil 2 um 21 Uhr mit „Abriss und Protest“.
    Bomben und Bausünden
  • Die Stasi kennt jeder. „Doch wer kennt schon den MIL-ND, den Militärischen Nachrichtendienst der NVA? Fest steht, einer der zentralen Stützpunkte war Dessau. Hier arbeitet jahrelang hermetisch abgeschirmt das Funkaufklärungsregiment der NVA, quasi die NSA der DDR. Denn schon lange bevor die Skandale um den größten Auslandsgeheimdienst der USA Anfang 2013 publik werden, observieren von Dessau aus hunderte Cyberkrieger mit Richtfunkantennen und Parabolspiegeln den militärischen Funk- und Telefonverkehr Westeuropas.“ Hintergründe liefert die Doku „Lauschangriff aus Dessau Der Supergeheimdienst der DDR“ um 20.45 Uhr im MDR. — Und nach „Nazi-Karrieren in der DDR?“ fragt man um 22.05 Uhr. „Der Film von Christian Schulz und Claudia Gründer wirft einen kritischen Blick auf den ‚einzigen antifaschistischen deutschen Staat‘ und auf dessen tatsächlichen Umgang mit Alt-Nazis, NSDAP-Mitgliedern, Mitläufern und Kriegsverbrechern, kurz: mit dem braunen Erbe der DDR.“

Mittwoch, 13. September

  • In elf Tagen wird der neue Bundestag gewählt. Phoenix wirft aus diesem Anlass einen Blick zurück auf die Wahlkämpfe und Wahlkampfparolen der bundesrepublikanischen Geschichte. „In ihre Wahl-Kampagnen investieren die Parteien viel Fantasie und Geld. Wie will man sich den Wählern präsentieren, welche Inhalte möchte man transportieren, welche Stimmungen im Wahlvolk nutzen? Die Wahlkämpfe aus vergangenen Zeiten ermöglichen einen Blick auf die Entwicklung der politischen Parteien. […] Die zweiteilige Dokumentation blickt zurück auf 50 Jahre Polit-Auftritte, von Adenauer bis Schröder.“ Unter dem Motto „Wahlkampfgeschichten“ stellt sich noch einmal mit den Grünen die Frage „Opa, warum sind die Fische tot?“ (20.15 Uhr) und um 21 Uhr fordert Gerhard Schröder „Hol mir mal ne Flasche Bier“.
  • „Die Spur der Ahnen“ führt im MDR um 21.15 Uhr zu einem weithin unbekannten Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte. Menschen flohen nicht nur aus der DDR in den Westen, manche zogen auch aus der Bundesrepublik in das andere Deutschland. Und manchmal wollte man später auch wieder zurück. Über einen solchen Fall berichtet der Beitrag „Letzte Hoffnung DDR – Vaters tödlicher Irrtum“.

Donnerstag, 14. September

Freitag, 15. September

  • „Die vielen Flüchtlinge, die 2015 nach Deutschland strömen, wecken Erinnerungen: Oft schon mussten auch Deutsche fliehen, und oft schon war Deutschland Zufluchtsland. Rund fünf Millionen Deutsche wanderten allein im 19. Jahrhundert in die USA aus – meist aus Not oder als Verfolgte. Etwa zwölf Millionen Deutsche mussten aufgrund des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat verlassen.“ „ZDF-History: Die großen Fluchten“ zeigt Fluchtgeschichten aus verschiedenen Jahrhunderten. (Phoenix, 20.15 Uhr).
  • Die Doku über „Das KaDeWe“ lief bereits am Montag in der ARD, heute ist sie um 21.17 Uhr auf Tagesschau 24 zu sehen.

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