TV-Vorschau 6. – 12. Februar 2016

Der Blick auf die neue Woche enthält wieder einige interessante Dokus, auch wenn karnevalsbedingt so mancher Sendeplatz anderweitig belegt ist. Immerhin spannt sich der Bogen von den Anfängen der Menschheit bis zur Lebensmittelversorgung in der DDR.

Samstag, 6. Februar

  • Der Zweite Weltkrieg war gerade fünf Jahre beendet, als in Korea 1950 ein neuer Krieg ausbrach. Drei Jahre kämpften der kommunistische Norden des Landes mit der Unterstützung Chinas gegen den Süden, dem die noch junge UN unter Führung der USA zu Hilfe eilten. Das Kriegsglück wechselte mehrfach. Fast eine Million Soldaten fielen in diesem Krieg. Der Waffenstillstand von 1953 ist bis heute die Grundlage für den Status Quo in Korea. N-TV sendet die dreiteilige Doku „Korea – Der vergessene Krieg” um 20.15 Uhr, 21.05 Uhr und 22.05 Uhr. — Um 23.05 Uhr folgt die Doku „The Sixties – Die Bürgerrechtsbewegung” und schildert das Wirken u. a. von Martin Luther King in den USA. — Die Ermordung von JF Kennedy bildet den Schwerpunkt des um 0.05 Uhr sich anschließenden Beitrags „The Sixties – Verschwörungstheorien”.
  • Die Doku „Die Suche nach Hitlers Volk – Deutschlandreise ’45” geht zurück auf die Aufzeichnungen des US-Soziologen und Historikers Saul Padover, der Ende 1944 damit begann, Interviews mit der deutschen Bevölkerung zu führen. „Bäuerinnen, Bürgermeister, junge Frauen, Lehrer, Anwälte, Arbeiter, Hausfrauen und einstige Gewerkschafter. Was er über seine Gespräche notiert, ist beklemmend. Es bleibt bis heute der unmittelbarste Stimmungsbericht aus dem ruinierten Niemandsland zwischen Krieg und Frieden. Padover trifft auf verbitterte, illusions-, teils gefühllose Zivilisten – sie fühlen sich vom ‚Führer’, der ihnen so viel verheißen hatte, betrogen.” Der „erste Teil” geht auf Phoenix um 20.15 Uhr der Frage nach „Wie konnte das alles geschehen?” und widmet sich den Vorkriegsjahren. — Um 21 Uhr folgt der „zweite Teil”. „Auf der Grundlage neuester Forschungsergebnisse stellt der Film zahlreiche traditionelle Einschätzungen auf den Prüfstand und liefert Antworten auf Fragen, die noch immer bewegen: Was wussten die Deutschen von der Ausplünderung der besetzten Gebiete, von den Millionen Verhungerten und Erschossenen und vom Holocaust? Wie viele von ihnen waren in die Verbrechen verstrickt?”
  • „Es gibt Menschen, die sind von der Vergangenheit begeistert: und es werden immer mehr, die sich Woche für Woche auf Zeitreise begeben. Sie wollen wissen, wie es damals war. Sie bauen Häuser wie vor über tausend Jahren, mit den gleichen Materialien und Werkzeugen. Sie finden mit Nachbauten von Waffen oder Werkzeugen viel über deren Eigenschaften, Funktion und praktischen Gebrauch heraus. Das hilft mitunter denen, die sich beruflich und wissenschaftlich mit der Vergangenheit beschäftigen. Bestenfalls ist es ein Geben und Nehmen, von dem alle nur profitieren.” Möglichst exakt vergangene Epochen nachzuleben ist durchaus eine populäre Form der experimentellen Archäologie. Teil 1 der Reihe „Lebendige Geschichte” begibt sich in die „Antike und zurück” (ARD-alpha, 20.15 Uhr).
  • Ganz weit zurück in die Anfänge der Menschheit geht Arte mit der Doku „Stunde Null des Menschen” um 20.15 Uhr. „In der Rising-Star-Höhle in Südafrika förderte das Team um den Paläoanthropologen Lee Berger Tausende von Knochenfragmenten von mindestens 14 verschiedenen Skeletten zutage. Ein Jahrhundertfund! Der Dokumentarfilm begleitet die Vorbereitungen dieser Ausgrabung und schildert eine andere bedeutende Entdeckung, die Berger vor mehreren Jahren ebenfalls in Südafrika gemacht hat …”

Sonntag, 7. Februar

  • Aus der Reihe „Königliche Dynastien” zeigt Phoenix zwei Folgen. Um 20.15 Uhr geht es um „Die Habsburger” und um 21 Uhr um „Die Romanows”.
  • „Der Stellvertreter” ist ein Theaterstück von Rolf Hochhuth, das 1963 bei seiner Uraufführung für großes Aufsehen sorgte. Hochhuth thematisiert in seinem Drama das Verhalten Papst Pius XII. im Zusammenhang mit der NS-Judenverfolgung. 2002 verfilmte Constantin Costa-Gavras das Theaterstück. Auf Arte ist „Der Stellvertreter” um 20.15 Uhr zu sehen.
  • Um 23.30 Uhr geht es in ZDF-History um „Die sieben Weltwunder”. „Den Begriff Weltwunder kennt fast jeder. Doch bei der Aufzählung scheitern die meisten. Kein Wunder. Von den ‚sieben Weltwundern’ existiert nur eines noch: die Pyramiden von Gizeh. Die Frage, warum es gerade sieben sind, kann auch die Wissenschaft nur mit Vermutungen beantworten. Sicher ist lediglich, dass die Idee zu den ‚Top Sieben’ aus Griechenland stammt. Die älteste vollständig erhaltene Liste stammt aus dem 2. Jahrhundert vor Christus.”

Montag, 8. Februar – Rosenmontag

Heute verdrängt der Karneval alle Geschichtsdokus.

Dienstag, 9. Februar

Mittwoch, 10. Februar – Aschermittwoch

  • Die zweiteilige Doku „Mahlzeit DDR“ erinnert an die Versorgungslage in der DDR mit Lebensmitteln. Einige bis heute im Westen der Republik kaum bekannte Eigenheiten entwickelten sich aus bewusster Abgrenzung zur BRD, andere waren aus der Not geboren, weil es an Importware oft fehlte. Um 20.15 Uhr geht es um „Broiler, Ketwurst und Grilletta” und um 21 Uhr um „Kosta, Rondo und Kaffeemix”. Zu sehen auf Phoenix.
  • Die zweiteilige Doku „Die Machtergreifung – Deutschland zwischen Demokratie & Diktatur” ist im BR zu sehen. Der erste Teil heute um 22 Uhr, der zweite in einer Woche. „In dieser zweiteiligen Dokumentation werden die Ursachen der schicksalhaften Entwicklung hin zum 30. Januar 1933 analysiert und gezeigt, dass weite Teile der politischen und wirtschaftlichen Elite Deutschlands Hitler völlig falsch eingeschätzt hatte. Im Mittelpunkt steht das Spannungsverhältnis zwischen dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und dem Führer der NSDAP Adolf Hitler.“

Donnerstag, 11. Februar

  • „Eine Zwillingskindheit in Berlin“ erlebten „Die Püppchen aus der Auguststraße”. Die Doku begleitet die inzwischen 85jährigen „Ruthchen und Ginchen“ aus Tel Aviv auf ihrer Rückkehr an die Orte ihrer Kindheit, „die es ihnen möglich gemacht haben, dem Transport in ein Lager zu entkommen und so die Kriegszeit zu überleben. Der Höhepunkt ihres knapp einwöchigen Aufenthaltes ist ein Besuch im Kino Babylon. Dort haben beide ihren ersten Film mit Shirley Temple gesehen, der sie nacheifern wollten, wenn sie gekonnt hätten. Nun, fast am Ende ihres Lebens dürfen sie hier im Babylon gemeinsam auf der Bühne stehen und singen.“ (MDR, 22.35 Uhr)
  • „Fast jeder erinnert sich an das Attentat auf die israelische Olympiamannschaft 1972 in München vor gut vierzig Jahren. Dass München aber bereits zweieinhalb Jahre zuvor schon einmal wegen Terroranschlägen im Blickpunkt der Öffentlichkeit gestanden hat, weiß hingegen kaum noch jemand: Flugzeugentführungen, Paketbomben und ein Brandanschlag. Weder die versuchte Entführung einer EL-AL-Maschine am 10. Februar 1970 mit einem Toten und mehreren Schwerverletzten noch die Brandstiftung in einem jüdischen Altenheim drei Tage später mit sieben Toten, die meisten Holocaustüberlebende, noch der doppelte Bombenanschlag auf zwei Flugzeuge der Austrian Airline und der Swissair am 21. Februar 1970 sind im Gedächtnis, obwohl es sich um die größte antisemitische Anschlagsserie handelt, die es in Deutschland nach dem Ende des Nationalsozialismus gegeben hat.“ Die Doku „München 1970” schildert diese dramtischen Ereignisse und „zeigt eindrucksvoll, dass die blutigen zwölf Tage im Februar 1970 eine Warnung hätten sein müssen. Stattdessen aber wurden alle Vorboten verdrängt, um die heiteren Spiele, mit denen Deutschland die Erinnerung an die Nazi-Olympiade 1936 tilgen wollte, atmosphärisch nicht zu belasten.“ (HR, 0.15 Uhr).

Freitag, 12. Februar

  • Das Wahrzeichen der Stadt Dortmund ist der „U-Turm“, auch das „Dortmunder U” genannt. Es ist ein 1926/1927 als „Gär- und Lagerkeller“ der Dortmunder Union Brauerei errichtetes Hochhaus am westlichen Rand der Dortmunder City. Der WDR sendet um 20.15 Uhr ein Porträt dieses denkmalgeschützten Bauwerks mit dem Titel „Geheimnis Dortmunder U“.
  • „Ein Kölner Baron auf Schatzsuche – Die Orient-Abenteuer des Max von Oppenheim” werden auf tagesschau 24 vorgestellt. „Im November 1911 rückt der Kölner Bankierssohn Max von Oppenheim mit 1.000 Kamelen, 21 Tonnen Gepäck, seinem Diener und einem Privatkoch in die Wüste Mesopotamiens vor. Er will im Norden des heutigen Syrien einen Schatz heben, dessen Existenz die Beduinen fürchten und der ihn weltberühmt machen wird.“ (21.17 Uhr).
  • Aus der Reihe „Die großen Geheimnisse der Geschichte“ bringt ARD-alpha einen Beitrag über den ägyptischen Herrscher „Saladin” (22.20 Uhr).

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