TV-Vorschau 16. – 22. Januar 2016

Die Geschichtsdokus der kommenden Woche sind wieder thematisch und formal vielseitig. Die Neuedition von Hitlers „Mein Kampf“ wird an einem ganzen Themenabend behandelt, Terra X experimentiert wieder mit einer Zeitreise und der Übergang Bayerns von der Monarchie zur Republik nach dem Ersten Weltkrieg wird mit einem Doku-Drama ausführlich dargestellt.

Samstag, 16. Januar

  • ARD-alpha sendet einen Themenabend zur Neuedition von „Mein Kampf”. Den Auftakt macht bereits um 19.15 Uhr der Beitrag „Schatten über München – Der Aufstieg Adolf Hitlers“. Denn „bereits in den 20er Jahren zeichnen sich in München jene Strömungen ab, die später zum Dritten Reich und in den Zweiten Weltkrieg führen. Lange bevor Hitler in Berlin die Macht ‚ergreift‘, findet er an der Isar den perfekten Nährboden für seine persönliche Weiterentwicklung und auch für seine ‚Bewegung‘. Vor allem in der Zeit nach der Räterepublik und während der Weimarer Republik verändert sich das Klima in München fundamental von einer weltoffenen, liberalen Grundhaltung zu einer immer reaktionärer werdenden, konservativen Gesellschaft, die mehr und mehr nach einer starken, führenden Kraft verlangt.“ — Um 20.15 Uhr versucht die Doku „Mein Kampf – Programm eines Massenmörders” die unterschiedlichen heutigen Zugänge zu diesem besonderen Buch zu erfassen und stellt die Frage, ob das Werk weiterhin verboten oder jetzt doch frei zugänglich sein sollte. — Im „alpha-Forum“ kommt um 21.45 Uhr Christian Hartmann, Historiker, Institut für Zeitgeschichte, ausführlich zu Wort, der die wissenschaftliche Neuedition des Buches geleitet hat.
  • N-TV berichtet um 20.15 Uhr vom „Angriff auf Pearl Harbor” und um 21.05 Uhr von „Nagasaki”. Um 23.05 Uhr folgt „Die Berliner Mauer – Geschichte einer Teilung”.
  • tagesschau 24 widmet mehrere Dokus an diesem Abend der Flüchtlingsfrage nach dem 2. Weltkrieg. Um 20.15 Uhr steht „Friedland – Als die Väter nach Hause kamen”, das Auffanglager an der innerdeutschen Grenze, im Mittelpunkt. — Die Doku „Heimkehr aus dem Osten – Adenauers Kampf um die Gefangenen” erinnert an die Moskau-Reise von Bundeskanzler Konrad Adenauer. „Adenauer erhielt bei seinem Besuch vom 8. bis 14. September 1955 die Zusage, dass die letzten rund 9.500 Gefangenen freigelassen würden. Sie kehrten ab Oktober 1955 nach Deutschland zurück.” (21.02 Uhr). — „Wenn ehemalige Soldaten nach ihren Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg gefragt wurden, dann schwiegen sie oder sie redeten allein von dem, was sie erlitten hatten. Wer kennt das nicht? Dann war von Hunger und Entbehrungen die Rede, von gefallenen Kameraden, von Elend und Drangsal der Kriegsgefangenschaft. Deutsche Soldaten die Opfer des Krieges? Hitlers Wehrmacht eine Truppe von grundlos Leidenden?” Die Doku „Ich war Täter” lässt Wehrmachtssoldaten zu Wort kommen, die sich zu ihrer Schuld bekennen. „Einfache Frontsoldaten damals, die willentlich oder unwissend dem Unrechtskrieg des Führers dienten. Inzwischen alte Männer, haben sie sich dazu durchgerungen, der ‚anderen Wahrheit’ ins Gesicht zu sehen.” (21.45 Uhr).
  • Die ZDF-History-Folge „Caligula – 1000 Tage Terror” vom vergangenen Sonntag im ZDF läuft um 21.45 Uhr auf Phoenix.

Sonntag, 17. Januar

  • Terra X führt die Zuschauer des ZDF um 19.30 Uhr auf eine „Zeitreise – Die Welt im Jahr 500”. „In der zweiten Staffel der Terra X-Zeitreise taucht der Berliner Archäologe Matthias Wemhoff erneut in die Parallelgeschichte der Zivilisationen der Jahre 500 und 1500 nach Christus ein. Wie groß waren die Gemeinsamkeiten, wie stark die Unterschiede? Durch den parallelen Blick auf weit auseinanderliegende, oft nichts voneinander wissenden Kulturen entsteht ein neues, spannendes Geschichtsbild.” — Um 23.30 Uhr läuft in der Reihe ZDF-History der Beitrag „Die Apokalypse der Neandertaler”. „Um 40 000 vor Christus stirbt die Menschenart der Neandertaler plötzlich aus. Ihr Verschwinden nach 70 000 Jahren Existenz ist eines der großen Geheimnisse der Menschheitsgeschichte. Die ‚Apokalypse der Neandertaler’ hat den Wissenschaftlern lange Kopfzerbrechen bereitet. Jetzt glauben einige von ihnen, die Lösung des Rätsels gefunden zu haben: Die Neandertaler wurden durch eine Naturkatastrophe ausgelöscht. Dafür haben sie gute Argumente gefunden.”
  • „Die Schorfheide” war „Das Jagdgebiet der Mächtigen”. Phoenix stellt um 20.15 Uhr die Geschichte der Schorfheide vor. „An keinem anderen Ort zeigt sich das seltsame, oft im Verborgenen gebliebene Wechselspiel von Jagd und Macht so prägnant wie hier. […] Der Film erzählte eine einzigartige Geschichte von Privilegien und Psychosen, Skrupellosigkeit und Größenwahn, Arroganz und Biederkeit. Ein spannendes Kapitel deutscher Geschichte voller Mythen, Wahrheiten und Legenden.”

Montag, 18. Januar

  • Der Dokumentarfilm im Ersten „Vater, Mutter, Hitler – Vier Tagebücher und eine Spurensuche” geht um 23.30 Uhr der Frage nach, wie heute Kinder und Enkel mit der Nazi-Vergangenheit ihrer Eltern und Großeltern umgehen. „Gehörten sie zu den Unterstützern und Anhängern des NS-Regimes? Oder waren sie vielleicht sogar Täter? Und was bedeuten die Antworten auf diese Fragen für ihr eigenes Leben heute? […] Mit Spielszenen, Interviews und der Einordnung historischer Ereignisse mit Hilfe von Archivmaterial zeichnet der Film ein authentisches Bild des Alltagslebens in Deutschland während der NS-Herrschaft und dokumentiert, wie die Ereignisse von damals noch heute das Leben der Nachfahren beeinflussen.”

Dienstag, 19. Januar

  • N-TV präsentiert zwei Folgen der Reihe Mega-Projekte der Nazis. Um 20.15 Uhr „Hitlers Kampf-Flieger” und um 21.05 Uhr die „Super-Festung Berlin”. — Die Teile 5 und 6 der Reihe „Apokalypse – Der Zweite Weltkrieg” folgen um 22.10 Uhr und 23.05 Uhr.
  • Die jüngere ägyptische Geschichte ist Thema des Dreiteilers „Pharao im heutigen Ägypten” auf Arte. Um 20.15 Uhr steht „Gamal Abdel Nasser” im Blickpunkt, um 21.15 Uhr „Anwar el-Sadat” und um 22.15 Uhr „Husni Mubarak”.
  • „Der Spreewald” ist um 20.15 Uhr auf RBB Thema der Reihe „Geheimnisvolle Orte”. „Besiedelt wurde die Region vor etwa 1500 Jahren vom Stamm der Lusitzi. Sie – aus dem heutigen Gebiet Weißrusslands kommend – kultivierten das morastige Land, bauten Blockhäuser, Boote und Brücken. Im Nationalsozialismus kam dann die wendische Sprache auf den Index, und die Einheimischen flohen in die Tiefen des Spreewaldes.” — Um 22.45 Uhr folgt ebenfalls aus dieser Reihe der Beitrag „Das Haus des Rundfunks” in Berlin-Charlottenburg. — Um 23.30 Uhr folgt schließlich eine Doku über „Hitlers Polizei”.

Mittwoch, 20. Januar

  • Das Doku-Drama „Hungerwinter” befasst sich um 20.15 Uhr auf Phoenix mit dem „Überleben nach dem Krieg”. „Drei große Kältewellen werden im so genannten Hungerwinter 1946/47 in Deutschland registriert. Im Januar 1947 friert in der französischen und britischen Besatzungszone der Rhein auf 60 Kilometern zu. Die Elbe ist komplett vereist. Die Binnenschifffahrt kommt zum Erliegen und damit ein lebenswichtiger Transportweg für Nahrung und Kohle. Viele der bereits durch Unterernährung geschwächten Menschen überleben den ‚Weißen Tod’, wie sie die gnadenlose Kälte nennen, nicht. Historiker schätzen, dass allein in Deutschland mehrere hunderttausend Menschen an den Folgen von Kälte und Hunger sterben. Erfrierungen, Krätze und Hungerödeme sind an der Tagesordnung. Tuberkulose und andere Mangelkrankheiten werden zur tödlichen Gefahr.”
  • 3sat hat zwei Dokus zum Wiener Kongress im Abendprogramm. „Diplomatische Liebschaften – Die Mätressen des Wiener Kongresses” (20.15 Uhr) und „Und er bewegte sich doch – Neues vom Wiener Kongress” (21.05 Uhr).
  • „Ohne Kampf und Widerstand entgleitet den Bayern in einer einzigen Nacht vom 7. auf den 8. November 1918 ihr jahrhundertealtes Königreich: In den Münchner Garnisonen stehen die Tore offen, allseits strömen junge Soldaten auf die Straßen. Sie reihen sich ein in den anschwellenden Trupp aus kriegsmüden Reservisten, Deserteuren, Matrosen, Arbeitern und Intellektuellen. Man gründet Arbeiter- Bauern- und Soldatenräte und ruft im Landtag den Volksstaat Bayern aus. Erster Ministerpräsident wird Revolutionsführer Kurt Eisner. […] Die Jubelstimmung in der jungen Republik hält nur drei Tage vor. Dann erwachen Großbürger und Großkapital, Offiziere, Altmonarchisten und völkisch-national Gesinnte aus ihrer Schockstarre. Es wird keine Gelegenheit ausgelassen, um die Regierung Eisner aus dem Landtag zu putschen.” Am 21. Februar 1919 wird der Ministerpräsident Eisner ermordet. Der BR schildert die Ereignisse in der Doku „Schlimmer als das Königreich Die Anfänge des Freistaates Bayern” um 22 Uhr.
  • Dantes ‚Göttliche Komödie’ aus dem 14. Jahrhundert ist ein Stück Weltliteratur. Das Werk „beschreibt in anschaulicher Bildsprache die Schrecken von Hölle und Fegefeuer. Angesichts der Bilder von überladenen Flüchtlingsbooten in Lampedusa, bleiben Dantes Schilderungen erschreckend aktuell.” Die Doku „Dantes Inferno” greift um 22.30 Uhr auf Arte Dantes Werk auf und bietet neue Einblicke.

Donnerstag, 21. Januar

  • „Wölfe” ist eine sechsteilige historische Serie auf Arte. „Die sechsteilige Serie (2014) über Thomas Cromwell ist eine fesselnde Verfilmung des Romans ‚Wölfe und Falken’ von Hilary Mantel. Die glänzende Besetzung und Peter Kosminskys minuziöse Inszenierung lässt Thomas Cromwell und die Herrschaft des Tudor-Königs Henri VIII in einem neuen Licht erscheinen.” „Der Kartentrick” steht um 20.15 Uhr am Anfang. „Der Kardinal” folgt um 21.20 Uhr. „Anna Regina” ist um 22.20 Uhr an der Reihe. Die restlichen Folgen gibt es dann in einer Woche.
  • Am Montag in der ARD, heute um 20.15 Uhr auf tagesschau 24: „Vater, Mutter, Hitler – Vier Tagebücher und eine Spurensuche”.

Freitag, 22. Januar

  • „Sie ist erst 26 Jahre alt. Und sie bricht zu einem Abenteuer auf, das noch kein Mensch vor ihr gewagt hat: Clärenore Stinnes. Als erster Mensch überhaupt will sie mit dem Auto um die Welt fahren. Am 24. Mai 1927 startet Clärenore Stinnes in Frankfurt am Main zu ihrer Weltumrundung. Vor ihr liegen 47.000 Kilometer Strapazen, Dreck, Verzweiflung. Hineingeboren in die Industriellenfamilie Stinnes aus Mülheim an der Ruhr, eine der reichsten Familien ihrer Zeit, bricht die eigenwillige junge Frau mit allen Konventionen.” „Fräulein Stinnes gibt Gas: Mit 45 PS von Mülheim um die Welt ”, WDR, 20.15 Uhr.

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