TV-Vorschau 19. – 25. Dezember 2015

Wir haben die Weihnachtswoche erreicht. Trotz einer Vielzahl von Spielfilmen und Unterhaltungssendungen gibt es doch auch einige, für den historisch Interessierten gedachte Sendungen, zumal sich Geschichtsthemen ja bekanntermaßen auch in Spielfilmen und sogar als Quiz darstellen lassen. Allen Lesern des Blogs wünsche ich frohe, ruhige und gesegnete Weihnachtstage.

Samstag, 19. Dezember

  • „England, im frühen elften Jahrhundert. Trotz seiner magischen Vorahnung muss der junge Halbwaise Rob Cole hilflos mit ansehen, wie seine Mutter an einer unheilbaren Krankheit stirbt. Das Erlebnis prägt ihn nachhaltig. Rob schließt sich einem fahrenden Bader an, der ihn in das medizinische Halbwissen des Mittelalters einweiht.” Das ist die Ausgangslage des Mittelalter-Epos „Der Medicus“ (BRD 2013, Regie: Philipp Stölzl) nach der Romanvorlage von Noah Gordon. „Mehr als sechs Millionen Mal ging Noah Gordons Weltbestseller ‚Der Medicus’ allein in Deutschland über den Ladentisch, der Kinoerfolg lockte über 3,6 Millionen Zuschauer an die deutschen Kinokassen. Mit seiner Verfilmung gelingt Phlipp Stölzl, der schon mit ‚Goethe!’ sein Talent für historische Stoffe eindrucksvoll bewies, eine bildgewaltige Reise ins Mittelalter. Anschaulich und mit Witz führt ‚Der Medicus’ die nicht immer appetitlichen Anfänge der medizinischen Wissenschaft vor Augen. Als wissbegieriger Meisterschüler glänzt Tom Payne an der Seite des Oscar-Preisträgers Ben Kingsley: Auf seine unnachahmliche Art schlüpft der ‚Ghandi’-Darsteller in die Rolle des großen Gelehrten, der sich nicht zu schade ist, einfache Menschen von der Straße zu behandeln.” (ARD, 20.15 Uhr – am Mittwoch gibt es den Film auch als längeren Zweiteiler auf einsfestival).
  • Die Nationalfarben der Deutschen waren nicht immer „Schwarz – Rot – Gold”. Weder im Kaiserreich und schon gar nicht in der unseligen Nazizeit standen die Farben hoch im Kurs. Die Doku „Die Geburt von SchwarzRotGold“ geht auf ARD-alpha um 20.15 Uhr der Geschichte der deutschen Nationalfarben nach. „Vor mehr als 200 Jahren haben sie ihre Kleidung schwarz gefärbt, tragen rote Rockaufschläge und goldene Knöpfe – als wilde, verwegene Jäger des Lützowschen Freicorps. Seit Jahren sind sie politisiert, aufgeputscht von der französischen Revolution, aufgestachelt im Hass gegen die napoleonische Fremdherrschaft und beseelt vom Traum eines einigen deutschen Vaterlandes. Die meisten von ihnen sind Studenten. Napoleon wird besiegt, doch ihr Traum erfüllt sich nicht. Trotzdem wollen sie weiter gemeinsam für einen deutschen Nationalstaat eintreten. Am 12. Juni 1815 treffen sich in Jena, im Gasthaus zur Grünen Tanne, 140 Vertreter bis dahin landsmannschaftlich geprägter Studentenverbindungen und gründen die Jenaer Urburschenschaft. Zu ihrem Zeichen wählen sie die Farben der Freischärler: Schwarz, Rot, Gold.”

Sonntag, 20. Dezember

  • Im ZDF geht die Terra X-Reihe „Freibeuter der Meere“ um 19.30 Uhr weiter mit der Folge „Piraten des Kaisers“. Es geht um die dramatische Fahrt der SMS Wolf, einem Kaperfahrer der deutschen Marine im Ersten Weltkrieg. (ZDF, 19.30 Uhr).
  • „Goyas Geister“ (ESP, USA, FRA 2006, Regie: Milos Forman) ist weniger eine filmische Biografie des Malers als vielmehr ein Historiendrama über das Spanien der Inquisition. „Spanien, 1792. Inés, die junge Muse des Hofmalers Francisco Goya, wird von der Inquisition der Ketzerei beschuldigt. Dank Goyas Einfluss wendet der Inquisitor Lorenzo die Todesstrafe ab, doch Lorenzo fällt selbst in Ungnade und flieht nach Frankreich. 16 Jahre später kehrt er zurück. Als fanatischer Verfechter der Revolutions-Ideale klagt er nun die alte spanische Ordnung an und öffnet die Kerker, wodurch auch Inés endlich das Licht der Freiheit wieder erblickt. So kommt es zum schicksalhaften Wiedersehen zwischen Goya, Lorenzo und Inés.“ (ARD, 0.05 Uhr)

Montag, 21. Dezember

  • „Kaum ein Politiker wurde so geliebt und gehasst, verehrt und verteufelt wie er: Otto von Bismarck – Reaktionär, Revolutionär, Staatsmann und Opportunist der Macht. [„…] Doch wer war dieser Mann aus Hinterpommern wirklich, der in jungen Jahren vor allem durch seine Amouren, Trinkgelage und Mensuren auf dem Paukboden von sich reden machte und dessen Karriere zunächst alles andere als geradlinig verlief?“ Eine Antwort auf diese Frage versucht die Doku „Die zwei Leben des Otto von Bismarck“ um 20.15 Uhr auf Phoenix zu geben. — Um 21 Uhr folgt der Film „Queen Victorias Kinder“. — Die „Krieg der Zeichner“ betitelte Doku zeichnet ein besonderes Kapitel des Zweiten Weltkriegs nach: den Propagandakrieg mittels Zeichentrickfilmen. Donald Duck auf der einen, der „Arme Hansi“ auf der anderen Seite (22.30 Uhr). — Um 23.45 Uhr wird schließlich noch „Das Geheimnis der Mumien“ gelüftet.
  • „Bremerhavens Auswandererkai – Die Columbuskaje“ ist Thema der Doku aus der Reihe „Geheimnisvolle Orte“ um 20.15 Uhr auf tagesschau 24. „Es gibt geschichtsträchtige Orte, die sind auf den ersten Blick nicht spektakulär. Die Columbuskaje in Bremerhaven, das sind nur 1.000 Meter nüchterne Kaimauer. Aber genau dieser Kilometer aus Stein und Spuntwand wurde für über acht Millionen Menschen zum Schicksalsort. Auswanderer auf der Suche nach einem besseren Leben. Kriegsflüchtlinge, Heimatlose, ‚Displaced Persons‘, die von hier aus aufbrachen, um eine neue Heimat zu finden. Die meisten sahen ihre alte Heimat nie wieder. ‚Kaje der Tränen‘, so heißt die Columbuskaje im Volksmund.“

Dienstag, 22. Dezember

  • Wir nähern uns Weihnachten und Spielfilme ersetzen allenhalben die Dokus. Immerhin hat N-TV sein Abendprogramm Geschichtsdokumentationen gefüllt. Um 20.15 Uhr steht, passend zur Weihnachtszeit, das „Mysterium Jesus“ im Mittelpunkt. „Wer war Jesus Christus? Gab es ihn wirklich? Über Jahrtausende sind Geschichten aus seinem Leben immer wieder neu geschrieben worden. Was ist dran an den Geschichten über Wunder und Auferstehung? Die n-tv Dokumentation enthüllt überraschende neue Details von seiner Geburt bis hin zur Kreuzigung.“ — „Das geheime Leben der Apostel“ folgt um 22.10 Uhr. — Am späteren Abend wird es archäologisch. Um 23.05 Uhr geht es um „Rettung für die älteste Pyramide der Welt“. „Südlich von Kairo, mitten in der Wüste, liegt die älteste Pyramide Ägyptens – die Stufenpyramide von Sakkara. Erbaut wurde sie um 2650 vor Christus von Pharao Djoser und gilt bis heute als Meilenstein in der altägyptischen Architektur. Doch der Zahn der Zeit nagt an dem 62 Meter hohen Bauwerk. Plünderer, Erdbeben und Erosion setzen der neunthöchsten der ägyptischen Pyramiden zu. Fünf Jahre lang hat ein Team britischer und ägyptischer Experten das alte Bauwerk restauriert und stabilisiert. Doch die Arbeit in dem alten Gemäuer ist gefährlich, denn das Innere ist stark einsturzgefährdet.“ — Um 0.05 Uhr folgt dann der Beitrag „Die Schatzjäger – Vom Hobby zur Berufung“. „Funkelnde Edelsteine, Kisten voller Gold oder sogar das berühmte Bernsteinzimmer: Mit dem Glauben an den großen Geldsegen machen sich Schatzsucher seit jeher auf die Reise nach funkelnden Schätzen. Die Jagd nach einem Stück Geschichte und Reichtum treibt auch heutzutage viele an. Doch wie erfolgsversprechend ist die Hoffnung auf einen spektakulären Fund?“

Mittwoch, 23. Dezember

  • Der Zweiteiler „Fremde Heimat“ berichtet über „Das Schicksal der Vertriebenen nach 1945“. Teil 1 um 20.15 Uhr, Teil 2 um 21 Uhr auf Phoenix. — Ein Sprung um rund zehn Jahre zurück: „Berlin 1935. Unter großen persönlichen Risiken gelingt es der Lehrerin Leonore Goldschmidt, mitten in Nazi-Deutschland eine jüdische Schule zu gründen. Sie findet ein Schlupfloch in den nationalsozialistischen Schulgesetzen und widersteht allen Repressalien durch die SA. Für viele jüdische Kinder Berlins wird die Goldschmidt-Schule zum letzten Zufluchtsort vor dem wachsenden Rassismus.“ Darüber berichtet der Film „Goldschmidts Kinder“ um 21.45 Uhr.
  • Zwei Hotels mit langer Tradition stellt tagesschau 24 vor. Um 21.47 Uhr „Kölns Grand Hotel – Das Excelsior Hotel Ernst“ und um 22.30 Uhr das Berliner Hotel Adlon unter dem Motto „Adlon verpflichtet“.
  • Am Samstag sendete die ARD den Medicus in der einteiligen kürzeren Fassung. Wer den längeren Zweiteiler bevorzugt wird heute auf einsfestival fündig. Um 20.15 Uhr „Der Medicus (1/2)“ und um 21.45 Uhr „Der Medicus (2/2)“.

Donnerstag, 24. Dezember – Heiliger Abend

  • Am Heiligen Abend ist die Auswahl naturgemäß etwas geringer. tagesschau 24 blickt zurück auf „Weihnachten auf dem Land“ und lässt Erinnerungen an Weihnachten aus der Zeit von 1940 bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts Revue passieren (20.15 Uhr).
  • Auf ARD-alpha läuft um 22.30 Uhr der erste von drei Teilen der Reihe „Schleifung der Bastionen. Das Zweite Vatikanische Konzil“ mit dem Titel „Kirche im Aufbruch“.

Freitag, 25. Dezember – Weihnachten

  • Die dreiteilige Familiensaga „Das Adlon“ (BRD 2012, Regie: Uli Edel) läuft heute und an den kommenden beiden Tagen jeweils um 20.15 Uhr auf 3sat. Der Film verknüpft ein knappes Jahrhundert Hotelgeschichte mit der Lebensgeschichte einer fiktiven Protagonistin: Sonja Schadt.
  • ARD-alpha hat am heutigen und morgigen Abend Geschichtsdokus besonders über Papst Pius XII. angesetzt. Um 20.15 Uhr läuft der erste Teil des Historiendramas „Pius XII.“ (ITA, BRD 2010, Regie: Christian Duguay). „Rom, 1943. Papst Pius XII., der sich bezüglich des Kriegsgeschehens für unparteilich erklärt hat, kämpft darum, die Stadt vor Hunger und Zerstörung zu bewahren. Im jüdischen Ghetto der Ewigen Stadt lebt unterdessen die 22-jährige Miriam mit ihrem kleinen Bruder Riccardo und ihrem Vater Armando, der in seiner Buchhandlung eine geheime Druckerei betreibt.“ — Im Anschluss folgt die Hintergrunddoku zum Film: „Der Papst und die Nazis – was wollte Pius XII.?“. — Aus der Reihe „Schätze der Welt – Erbe der Menschheit“ folgt der Beitrag „Die Peterskirche und die Vatikanstadt in Rom (Heiliger Stuhl/Vatikan)“ (22.15 Uhr). — Und um 22.30 Uhr ist der zweite Teil der Reihe „Schleifung der Bastionen. Das Zweite Vatikanische Konzil“ mit dem Titel „Kirche in Bewegung“ zu sehen. Morgen geht es dann an gleicher Stelle weiter.
  • Reinhold Messner, der bekannte Bergsteiger, erzählt in zwei Dokus auf tagesschau 24 von historischen Ereignissen in den Alpen. Um 21.45 Uhr geht es in dem Film „Matterhorn und Schützengraben“ um „die wahren und die sagenhaften Geschichten um die Erstbesteigung des Matterhorns vor 150 Jahren. Warum wurden aus Freunden Gegner, warum stürzten schließlich vier der Erstbesteiger 1000 Meter in den Tod? Wie wurde aus sportlichem Ehrgeiz nationalistischer Wahn?“ — Um 22.30 Uhr folgt der zweite Teil „Falsche Kameraden und starke Frauen“, worin „Reinhold Messner die Zuschauer mit in die Eiger Nordwand [„mitnimmt]. Was haben Menschen hier verloren? Zahlreiche tödliche Versuche gab es, ehe Heinrich Harrer mit seiner Seilschaft 1938 die Durchsteigung der eisigen Wetterseite des Eiger gelingt.“
  • Der HR bietet um 23.15 Uhr „Das große Geschichtsquiz“ an. „Jörg Bombach stellt historische Ereignisse, lustige Anekdoten und interessante Persönlichkeiten der hessischen Geschichte vor, und natürlich wird auch kräftig gequizzt. Vier prominente Persönlichkeiten spielen für einen guten Zweck: Mike Krüger, Thomas Anders, Katharina Schubert und Yasmina Filali.“

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