„Die Gutehoffnungshütte im Dritten Reich“ – Vortrag von Johannes Bähr in Oberhausen

Am Donnerstag, dem 26. April folgt der dritte Vortrag der Reihe „Nationalsozialismus im Überblick. Eine Vortragsreihe der Gedenkhalle auf Tour durch Oberhausen“.

Der Wirtschaftshistoriker Johannes Bähr wird um 19 Uhr im Saal des Katholischen Stadthauses Oberhausen (Elsa-Brändström-Straße 11, 46045 Oberhausen) „Die Gutehoffnungshütte im Dritten Reich“ vorstellen.

Neuere Forschungen ergeben erstmals ein umfassendes Bild von der Rolle des Gutehoffnungshütte-Konzerns in der NS-Zeit. Einige Ergebnisse werden in diesem Vortrag dargestellt, wobei neben der Gutehoffnungshütte Oberhausen AG auch auf andere Konzerngesellschaften eingegangen wird.

Paul Reusch, der von 1909 bis 1942 Vorstandsvorsitzender der Gutehoffnungshütte (GHH) war, hatte zunächst beträchtliche Sympathien für die Nationalsozialisten, ging im Dritten Reich jedoch zunehmend auf Distanz gegenüber dem Regime und wurde schließlich gezwungen, seine Ämter aufzugeben. Dem Vorstand der GHH gehörte bis in die Kriegszeit hinein kein aktiver Nationalsozialist an. Doch passte sich das Unternehmen den Erwartungen des Regimes an. Die GHH profitierte von der Rüstungskonjunktur, und mehrere Gesellschaften des Konzerns, vor allem die MAN, waren für die Kriegsrüstung von großer Bedeutung.
Während des Krieges übernahm die GHH Werke im besetzten Polen und in der Ukraine. Einen Schwerpunkt des Vortrags wird die Zwangsarbeit bei der GHH und anderen Unternehmen dieses Konzerns bilden. Allein bei der GHH Oberhausen AG waren über 11.000 Zwangsarbeiter eingesetzt, im GHH-Konzern insgesamt über 31.000. Die meisten von ihnen waren ausländische Zivilarbeiter, die völkerrechtswidrig nach Deutschland verschleppt worden waren. In mehreren Firmen des Konzerns waren auch KZ-Häftlinge eingesetzt.

Priv.-Doz. Dr. Johannes Bähr lehrt als Wirtschaftshistoriker an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er veröffentlichte zahlreiche Aufsätze und Bücher zur Unternehmensgeschichte, u.a. „Die MAN. Eine deutsche Industriegeschichte“, München 2010 (als Mitautor); „Die Dresdner Bank in der Wirtschaft des Dritten Reichs“, München 2006; „Flick im Dritten Reich“, München 2008 (als Mitautor).

Es handelt sich bei dieser Vortragsveranstaltung um eine Kooperationsveranstaltung von Gedenkhalle im Schloss Oberhausen und Katholischem Stadthaus.

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