TV-Vorschau 7. – 13. November 2026
Viel Spaß bei der Auswahl der Geschichtssendungen der kommenden Woche.
Samstag, 7. November
- „Der Film „Eine bessere DDR – Utopien aus der Wendenacht 9. November 1989 im Französischen Dom“ von Autor Christian Walther ist ein Zeitdokument: am 9. November 1989 treffen in der Französischen Friedrichstadtkirche Mitglieder von Blockparteien, Kirchen und neuen Oppositionsgruppen zusammen, um gemeinsam über Visionen für eine andere DDR nachzudenken. Mit dabei sind Persönlichkeiten wie Manfred Stolpe, Rainer Eppelmann, Christine Lieberknecht, Konrad Elmer und Lothar de Maizière. In der brechend vollen Kirche diskutieren sie darüber, wie eine DDR ohne den Führungsanspruch der SED gestaltet werden könnte. Von den Anwesenden wusste niemand von Günter Schabowskis Worten zum neuen DDR-Reisegesetz: ‚Nach meiner Kenntnis ist das sofort, unverzüglich‘, geschweige denn von deren Tragweite. Der Film zeigt bisher unveröffentlichtes Material aus dem damaligen ARD-Studio in Ost-Berlin – eine historische Rekonstruktion einer Debatte, bevor sich nur Stunden später die Mauer öffnet.“ ARD-alpha, 21 Uhr.
- „Vertreibung 1945 – Deutsche auf der Flucht“ ist das Thema einer Dokumentation auf Phoenix um 23.15 Uhr. „Etwa 14 Millionen Deutsche beraubt der Krieg ihrer Heimat. Wer nicht selbst floh, wird nun aus Ostpreußen, Pommern, Schlesien oder dem Sudetenland vertrieben. Auch die Westmächte billigen das.“
Sonntag, 8. November
- Der Film „Sommer, Sonne, Hakenkreuz – Rechte und Altnazis in Spanien“ erinnert an das Leben vieler Nationalsozialisten, die nach 1945 im frankistischen Spanien Unterschlupf gefunden haben: Hochrangige SS-Offiziere, gesuchte Kriegsverbrecher, unbelehrbare Rechte. Phoenix, 20.15 Uhr.
- Schuld und Schweigen in der eigenen Familie ist Thema des Films „Mein Großvater, der Nazi“ um 20.15 Uhr auf ARD-alpha. „Als der ehemalige ARD-Moderator Andreas Bönte nach dem Tod seiner Mutter und seines Onkels den Nachlass durchsieht, findet er zwei Kisten voller Dokumente und Fotos vom Großvater. Dazu einen Reichsadler aus Marmor, auf einem Hakenkreuz. Sein Großvater war Nazi. Für Andreas Bönte war das ein Schock. Der bekannte Journalist hatte sich während seiner beruflichen Laufbahn unentwegt für die deutsche Erinnerungskultur eingesetzt: Niemals sollen die Verbrechen der Nazis vergessen werden. Seine Familie hatte derweil geschwiegen. Jahrzehntelang. Über den Selbstmord des Großvaters kurz vor Kriegsende. Und über das, was er in der NS-Zeit getan hat.“ — Um 20.45 Uhr folgt der Beitrag „Zeugin der Zeit: Beate Klarsfeld – Die Nazijägerin“. — Um 23.10 Uhr folgt ein Blick auf die Kunstgeschichte. „Die Freundschaft zwischen Franz Marc (1880–1916) und August Macke (1887–1914) war für beide Maler essentiell und für die Kunst ihrer Zeit eine Bereicherung. Vier Jahre währte ihre enge Verbundenheit, die mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges jäh beendet wurde. Der Film „Jenseits der Bilder · August Macke und Franz Marc: Eine Künstlerfreundschaft“ von Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich beleuchtet anhand vieler Bildbeispiele und lebendiger Realaufnahmen die Beziehung zweier herausragender Vertreter der deutschen Avantgarde, führt die gegensätzlichen Persönlichkeiten zusammen und zeigt, wie sie einander in ihrem Schaffen inspirierten.“
- „Der international gefeierte, preisgekrönte Film „Führer und Verführer“ (BRD/Slowak. 2024, Regie: Joachim A. Lang) gibt auf nie gezeigte Weise Einblick ins Innere des Machtzirkels im Dritten Reich. Wie war es möglich, dass die Mehrheit der Deutschen Hitler, Goebbels und Konsorten in die schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte, Holocaust und Zweiter Weltkrieg folgten und selbst zu Täter:innen wurden. Es ist der erste Film der Hitler nicht getrennt vom Holocaust darstellt.“ SWR, 22.45 Uhr.
- „Dany Dattel hat seinen Lebensmut und seinen Humor nie verloren. Er offenbart sich und reist an die Schlüsselorte seines Lebens, nach Auschwitz und zu den Kindern seiner Retterinnen auf dem Todesmarsch in Tschechien, bis ins hochriskante Bankgeschäft. Diese Lebensgeschichte ist ergreifend wie wenige andere. Sie erzählt von Verfolgung und Rettung, von Selbstbehauptung und einer zweiten Verfolgung. Die deutsche Nachkriegsgeschichte steht dabei Pate und zeigt sich erschreckend antisemitisch. Aber den Lebensmut und den Humor hat sich Dany Dattel nie nehmen lassen.“ „Verfolgt – Die sieben Leben des Dany Dattel“, MDR, 23.10 Uhr.
- Der Film „Verleugnung“ (GB/USA 2016, Regie: Mick Jackson) zeichnet den gerichtlichen Kampf um die Wahrheit gegen den britischen Holocaust-Leugner David Irving nach. ARD, 23.35 Uhr.
Montag, 9. November
- „The Zone of Interest“ (USA, GB, POL 2023, Regie: Jonathan Glazer) erhielt 2024 den Oscar als bester internationaler Film. Bei dem Historienfilm handelt es sich um eine freie Adaption des gleichnamigen Romans des britischen Schriftstellers Martin Amis. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Familie von Rudolf Höß, von Mai 1940 bis November 1943 Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz. Das ZDF zeigt den Film um 22.15 Uhr.
- Der BR lässt drei prominente Zeitzeugen der NS-Zeit zu Wort kommen. Um 22.45 Uhr „Dr. Marianne Koch“, „Charlotte Knobloch“ um 23.45 Uhr und „Senta Berger“ um 0.15 Uhr.
Dienstag, 10. November
- Der Zweiteiler „Ein NS-Verbrecher auf Jobsuche“ erzählt die Geschichte der Flucht von Walther Rauff. „Der NS-Kriegsverbrecher Walther Rauff entzog sich nach 1945 der Justiz. Über Tunesien und Italien floh er, auch mit kirchlicher Hilfe, nach Südamerika. Die Dokumentation zeigt, wie er mobile Tötungsmaschinen, sogenannte Gaswagen, entwickelte, Juden deportierte – und später als Berater in Syrien untertauchte. Ein Netzwerk aus Helfern ermöglichte seine Flucht.“ „Teil 1“ läuft um 20.15 Uhr auf Arte, „Teil 2“ um 21 Uhr. „Die zweite Folge der Dokumentation ‚Ein NS-Verbrecher auf Jobsuche‘ beleuchtet Walther Rauffs Flucht nach Südamerika. Von seinem Exil im Süden Chiles aus steht der NS-Kriegsverbrecher mit verschiedenen Geheimdiensten in Kontakt, die an seinem “Fachwissen” aus der Zeit bei SS und Gestapo interessiert sind.“ — Um 21.55 Uhr richtet sich der Blick auf die Bundesrepublik: „Alte Nazis und Neue Rechte – Der große Rechtsruck nach dem Krieg“. „Während im Jahr 1968 Studierende für gesellschaftliche Liberalisierung protestieren, machen in Europa auch Rechtsextreme mobil. Die Sammelpartei NPD zieht in Westdeutschland in sieben Landtage ein. Parallel erprobt die französische Nouvelle Droite neue Strategien für die politische Rechte. Wie kam es zu diesem großen Rechtsruck so bald nach dem Ende der NS-Herrschaft 1945?“ — Wie Rumänien nach dem Krieg seine jüdischen Bürgerinnen und Bürger gegen Devisen ins Ausland verkaufte, erzählt die Dokumentation „Ausreise gegen Devisen – Rumäniens geheime Deals“ (22.50 Uhr).
- Phoenix blickt zurück ins Mittelalter. „Mysterium Gotik – Als die Kathedralen in den Himmel wuchsen“. „In Frankreich entsteht im 12. Jahrhundert ein Architekturstil, der den Kirchenbau revolutioniert: die Gotik. Die Kathedralen streben in die Höhe. Licht durchflutet ihre Innenräume, an die Stelle massiver Mauern treten bunte Fenster – so ist die gesamte Fensterfläche der Kathedrale im französischen Chartres größer als ein Fußballfeld. Beeindruckendes Beispiel in Österreich ist der Wiener Stephansdom, das Wahrzeichen der Bundeshauptstadt. Die Dokumentation ‚Mysterium Gotik – Als die Kathedralen in den Himmel wuchsen‘ versucht den Rätseln und Geheimnissen der Gotik auf die Spur zu kommen.“ (20.15 Uhr). — Um 21 Uhr folgt der Terra X- Beitrag „Extreme Jobs der Geschichte“.
Mittwoch, 11. November
Heute eine Fehlanzeige.
Donnerstag, 12. November
- „An der Côte d’Azur schuf Emil Jellinek die Marke ‚Mercedes‘ und wurde zu einem wichtigen Wegbereiter des Automobils. Dennoch geriet er in Vergessenheit. Mit Dokumenten, Nachfahren-Interviews und seltenem Archivmaterial der frühen Autorennen folgt die Dokumentation seinen Spuren und den Anfängen des mobilen Zeitalters.“ „Monsieur Mercedes – Im Schatten des Sterns“, Arte, 20.15 Uhr.
- „Das Dritte Reich Privat“ ist um 20.15 Uhr und 21.05 Uhr Thema auf n-tv. — Um 22.05 Uhr folgt die Doku „Hitlers Urzeit-Park – Das Gen-Experiment der Nazis“.
Freitag, 13. November
- Aus der Reihe „Unsere Geschichte“ sendet tagesschau 24 den Beitrag „Verschollen im Zweiten Weltkrieg – Die lange Suche nach den Vermissten“ (22.20 Uhr).
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