TV-Vorschau 18. – 24. April 2015

Die Wochenvorschau auf die Geschichtssendungen im deutschen Fernsehen beinhaltet diesmal viele Dokus und Filme zum Ende des Zweiten Weltkriegs, aber auch einen Blick auf die 20er Jahre in Europa und den Vietnamkrieg. Und noch vieles mehr.

Samstag, 18. April

  • Vor einem Jahr kam „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden” ins Kino. Der Film mit George Clooney als Hauptdarsteller und Regisseur berichtet vom Wirken einer Kunstschutz-Abteilung der US-Army im Zweiten Weltkrieg. N-TV erzählt um 20.15 Uhr „Monuments Men – Die wahre Geschichte”. „Sie kämpften für die Kunst und wurden damit zu wahren Helden. Die Männer der Kunstschutzorganisation Monuments, Fine Arts und Archives Section (MFA&A) gingen als die Monuments Men in die Geschichte ein. Ihr oberstes Ziel: In den harten Zeiten des Zweiten Weltkrieges möglichst viele Kulturgüter vor Schäden und Zerstörung zu bewahren. Die n-tv Dokumentation rekonstruiert den dramatischen Wettlauf gegen die Zeit, den sich die Kunstschutzorganisation mit den gierigen und fanatischen NS-Funktionären lieferte.” — Um 21.05 Uhr geht es weiter mit dem „Der Fall Gurlitt”. „Der unglaubliche Fall des Cornelius Gurlitt: Durch eine Razzia in der Wohnung des 80-jährigen wird im März 2012 in München eine große Menge vermisster Kunstwerke sichergestellt. Die Werke, die Gurlitt in seiner Wohnung aufbewahrt hatte, stammten aus dem Nachlass seines Vaters. Die n-tv Dokumentation zeigt unter anderem, wie dieser Kunst für Hitlers ‚Führermuseum’ erworben hatte.” — Um 22.05 Uhr und 23.05 Uhr folgt noch die zweiteilige Doku „Caligula: 1400 Tage Terrorherrschaft” über das Wirken des römischen Kaisers Caligula.
  • Am 31. Januar ist er verstorben: „Richard von Weizsäcker”. Um 20.15 Uhr porträtiert ihn tagesschau24 als „Für immer Präsident”. Eine seiner größten Leistungen, für die er in Erinnerung bleibt, war seine Rede am 8. Mai 1985 zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. In ein paar Wochen jährt sich diese epochale Rede ihrerseits zum 30. Mal. Aus diesem Anlass folgt auf die biografische Doku die „Gedenkstunde zum 8. Mai– Richard von Weizsäcker vor dem Bundestag”. Ein bedeutender Moment bundesdeutscher Nachkriegsgeschichte.
  • In der Reihe „Antike Mega-Bauwerke” präsentiert ARD-alpha um 20.15 Uhr „St. Paul’s Cathedral”.— Es folgen zwei Beiträge der Reihe „Die großen Geheimnisse der Geschichte”. Um 21.05 Uhr „Alexander der Große” und um 21.30 Uhr „Königin Kleopatra”.
  • In der Reihe „Denkmäler der Ewigkeit” sendet Arte um 20.15 Uhr einen Beitrag über „Petra, Schönheit im Felsmassiv”.
  • Gerade ist Papst Franziskus in der Türkei in Ungnade gefallen, weil er vom Völkermord an den Armeniern sprach. Ein Sachverhalt, der in der Türkei tabuisiert wird. Der Dokumentarfilm „Aghet – Ein Völkermord” liefert um 22.30 Uhr auf Phoenix die Hintergründe der Vorgänge während des Ersten Weltkriegs.
  • Die Versöhnung der USA und Kuba, visualisiert im Händedruck von Barak Obama und Raul Castro vor ein paar Tagen, gilt als „historisches Ereignis”. Im WDR gibt es um 23.55 Uhr einen Blick zurück in die Anfänge der kubanischen Revolution: „Che – Teil 1: Revolution” lautet der Titel des Historiendramas (FRA, ESP, USA 2008, Regie: Steven Soderbergh). „Mexiko, 1956. Der knapp 30 Jahre alte, politisch engagierte Mediziner Ernesto Guevara de la Serna lernt den Exilkubaner Fidel Castro kennen, dessen Ziel es ist, sein Heimatland vom Joch des Diktators Batista zu befreien. Fasziniert von Castros Leidenschaft und seinen politischen Idealen schließt der Argentinier sich dem Revolutionär an. Noch im Dezember desselben Jahres landen die beiden mit einem Häuflein von Exilanten auf der Karibikinsel. Es beginnt ein blutiger Guerillakrieg, in dessen Verlauf die Freiheitskämpfer auf Unterstützung von immer größeren Teilen der Bevölkerung zählen können …” Die Fortsetzung folgt in einer Woche.

Sonntag, 19. April

  • Die Terra X-Dokureihe „Die Geschichte des Essens” endet im ZDF um 19.30 Uhr mit dem „Dessert”.
  • Die heutige Folge von „War and Peace” trägt den Titel „Escape” (ARD-alpha, 21.50 Uhr).

Montag, 20. April

  • Phoenix stellt zwei bedeutende Amtsgebäude der Bundesrepublik vor. Um 20.15 Uhr das „Das Schloss Bellevue – Ein Amtssitz mit Geschichte” und um 21 Uhr der „Kanzlerbungalow” in Bonn.
  • Am vergangenen Freitag im WDR, heute um 21.45 Uhr auf Einsfestival: Das „Geheimnis Burg Vogelsang”. „Viele Menschen kennen sie als Ausflugsziel inmitten des Nationalparks Eifel – die Burg Vogelsang. In der Naturkulisse hoch über der Urfttalsperre als „NS-Ordensburg“ zwischen 1934 und 1936 errichtet, beeindruckt ihre architektonische Inszenierung noch heute die Besucher. Dabei ist die Anlage vor allem eines nicht: eine Burg. Vogelsang ist ein moderner Zweckbau aus Stahlbeton mit Bruchsteinverblendung. Hier wollten die Nationalsozialisten junge „Führungsanwärter“ der NSDAP schulen und formen. Dabei bemächtigte sich die Partei- und Staatsführung des Begriffs „Ordensburg“ und deutete ihn ideologisch um.”
  • Der „Dokumentarfilm im Ersten” beschäftigt sich heute mit dem „Vietnamkrieg”. „Er war der längste Konflikt des 20. Jahrhunderts: der Vietnamkrieg. Mit ihm brachten zum ersten Mal die Medien einen Krieg in die Wohnzimmer der Welt. Mit Folgen. Seine Bilder haben sich tief in das Gedächtnis eingebrannt: der flächendeckende Abwurf von Napalmbomben – das nackte Mädchen, das schreiend vor einer Feuerwolke flieht. Vor 40 Jahren, am 1. Mai 1975, ging dieser Krieg zu Ende. Für die Menschen, die diesen Krieg erlebten, geht er weiter, jeden Tag. Bis heute.”

Dienstag, 21. April

  • „Die Festung Königstein – August der Starke kehrt zurück” (MDR, 20.15 Uhr). „Axel Bulthaupt erkundet die Geheimnisse einer der größten Bergfestungen Europas. Er erzählt vom tiefsten Brunnen Sachsens mit den Legenden um die in 152 m Tiefe versenkten Schätze bis hin zum großen Königsteiner Weinfass und seinem sagenhaften Fassungsvermögen von einer viertel Million Litern. Axel Bulthaupt nimmt uns mit auf die Festung Königstein, wo mit der neuen Dauerausstellung die Geschichte der Festung erzählt wird, die in acht Jahrhunderten nie eingenommen wurde.”„Kein Kapitel des Krieges gegen die Sowjetunion löst solche Emotionen aus wie der Partisanenkampf. In Russland ist er bis heute von Mythen und Legenden überlagert, in Deutschland immer noch verdrängt. Zu schrecklich ist diese Geschichte, zu unentwirrbar und böse. Zu beklemmend die Schuld. ‚Dieser Partisanenkrieg hat auch wieder seinen Vorteil: Er gibt uns die Möglichkeit auszurotten, was sich gegen uns stellt’, sagte Hitler zu Beginn des Unternehmens Barbarossa.” „Die Partisanen – Krieg hinter der Front” (22.05 Uhr).
  • Das Städel-Museum in Frankfurt ist ein traditionsreiches Kunstmuseum. Der HR stellt das Museum und seine Geschichte um 21 Uhr vor: „Kunst für alle – 200 Jahre Städel Museum Frankfurt”. — Um 22.50 Uhr ist die Doku „Mörderisches Finale” über die letzten Kriegsmonate 1945 in Deutschland zu sehen, die vor ein paar Tagen in der ARD gelaufen ist.
  • Das TV-Dokudrama „Meine Tochter Anne Frank” (BRD 2014, Regie: Raymond Ley) läuft um 22.45 Uhr im RBB.

Mittwoch, 22. April

  • In der Reihe „Unsere Geschichte – Hausbesuch” geht es im NDR um 21 Uhr um „Die Fleischhauerstraße in Lübeck”. „Das Format ‚Unsere Geschichte – Hausbesuch’ erzählt die Geschichte bedeutender Gebäude und vom Alltag der heutigen Bewohner in opulenten Bildern und aus völlig neuen Perspektiven.”
  • „Die wilden Zwanziger” sind Titel und Thema einer dreiteiligen Reihe auf Arte. Um 21.45 Uhr ist der erste Teil zu sehen, der sich mit „Berlin und Tucholsky” beschäftigt. „Das Berlin der Zwanziger Jahre ist groß, jung und anonym. So grau die politische Wirklichkeit der Weimarer Republik ist, so glanzvoll sind ihre Kunst, Kultur und Wissenschaft. In diesen Jahren zählt u.a. Kurt Tucholsky zu den bedeutendsten Publizisten. […] Aufwendige Spielszenen, kombiniert mit Originalaufnahmen aus der Zeit, machen die Dokumentation von Christoph Weinert zu einer filmischen Zeitreise in das Berlin der 20er Jahre. Aus der Sicht Kurt Tucholskys wird das Lebensgefühl der „wilden Zwanziger“ lebendig. Ein turbulenter Unterhaltungsbetrieb aus Tanzlokalen und Bordellen, Varietés und Kabaretts sorgte in der deutschen Hauptstadt für ein rastloses Nachtleben, an dem auch Kurt Tucholsky teilnahm.” Die Reihe führt in den kommenden beiden Wochen außerdem nach Paris und Wien.

Donnerstag,23. April

  • Die letzten Kriegsmonate in Hamburg sind Thema der Doku „Unsere Geschichte – Hamburg 1945. Wie die Stadt gerettet wurde”. Das „Dokumentarspiel von TV-Autor Jobst Thomas schaut zurück auf die Schicksalstage, die der Kapitulation Hamburgs am 3. Mai 1945 vorausgegangen sind und stellt deren dramatische Ereignisse in aufwändig inszenierten Spielsequenzen (Regie: Torsten Wacker) nach.” — Gleich im Anschluss folgt um 21.45 Uhr der Beitrag „Unsere Geschichte – Mein 1945. Norddeutsche erinnern sich an das Kriegsende”. „Subjektive Eindrücke und Empfindungen von Zeitzeugen prägen dieses neuartige filmische Experiment: Zu Wort kommen Menschen, die den Zusammenbruch, das unglaubliche Chaos und den vorsichtigen Neuanfang mit emotionalen Ereignissen verbinden. Die Zeitzeugen sprechen direkt in die Kamera, viele von ihnen zum ersten Mal, über die aufwühlende und außergewöhnliche Zeit, als der Krieg zu Ende war.”
  • Zum Thema Kriegsende ist der Film „Der Untergang” (BRD 2004, Regie: Oliver Hirschbiegel) natürlich prädestiniert. Ich schätze, wir werden ihn in den kommenden Wochen öfter auf Sendung sehen. Heute gibt es ihn jedenfalls um 23.30 Uhr im MDR. „Der beeindruckende und umstrittene Film basiert auf den Aufzeichnungen, die Traudl Junge kurz vor ihrem Tod veröffentlichte, und auf der Hitlerbiografie ‚Der Untergang’ des Publizisten Joachim Fest. In ihrem minuziösen Doku-Drama entdämonisieren Drehbuchautor und Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Oliver Hirschbiegel den Diktator. Unterstützt von der Crème de la Crème des deutschen Films, gelingt es Bruno Ganz, sich dem „Führer“ so überzeugend anzuverwandeln wie vor ihm kein anderer. Er porträtiert den Diktator als realitätsfernen Choleriker, der gelegentlich auch charmant sein konnte. Der Versuch, ihn nicht als Monster, sondern als gestörten, widersprüchlichen Menschen vorzuführen, der seine Macht aus der Hörigkeit anderer saugte, verleiht dem Film politische und psychologische Brisanz. Denn dieser dokumentarisch exakte, dramatisch verdichtete Abriss der letzten zwölf Tage des Dritten Reiches ist nicht nur ein Bunker-Kammerspiel, sondern öffnet sich auch der Außenwelt. Er zeigt nicht nur die Drangsalierung der Bevölkerung durch die SS, sondern auch, wie der Terror nach Hitlers Tod tagelang weiterging.”

Freitag, 24. April

  • Die Reihe „Geheimnisvolle Orte” bringt die WDR-Zuschauer um 20.15 Uhr zum „Geheimnis Regierungsbunker”. „Tief unter den Weinbergen des beschaulichen Ahrtals, dreißig Kilometer südlich von Bonn, liegt ein Ort, den es offiziell gar nicht geben durfte: der geheime Atombunker der Bundesregierung. Jenes gewaltige Labyrinth aus 17 Kilometer Betonröhren war das streng gehütete Staatsgeheimnis Nummer Eins, um das sich gleichwohl seit dem ersten Spatenstich wilde Gerüchte rankten.” In dem ehemaligen Regierungsbunker befindet sich heute eine Dokumentationsstätte, die besichtigt werden kann.
  • Um 21.02 Uhr sendet tagesschau24 die Wiederholung der Doku „Vietnamkrieg – Gesichter einer Tragödie”, die am Montag in der ARD lief.

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