TV-Vorschau 7. – 13. Februar 2026
In der kommenden Woche beginnen die Olympischen Spiele, und der Karneval läuft zur Hochform auf. Dennoch gibt es interessante historische Filme und Dokumentationen im Fernsehen. Themen aus Kunst- und Literaturgeschichte sind vertreten, und die Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert erweist sich einmal mehr als zentral für das Verständnis der heutigen Weltpolitik. Viel Spaß bei der Auswahl!
Samstag, 7. Februar
- Arte führt uns ins Griechenland Homers. Um 20.15 Uhr geht es los mit dem Beitrag „Troja – Schliemanns Suche nach der Stadt Homers“. „War es wirklich das fragliche Troja, das er gefunden hatte? Vor 150 Jahren veröffentlichte der Geschäftsmann Heinrich Schliemann die ersten Ergebnisse seiner Ausgrabungen an einem einsamen, türkischen Hügel namens Hisarlik. Er behauptete, das berühmte Troja gefunden zu haben – jene Stadt, in die Paris die schönste Sterbliche des griechischen Mythos entführte, Helena.“ — Um 21.45 Uhr folgt die Dokumentation „Das Trojanische Pferd – Auf der Spur eines Mythos“. „Es ist das Trojanische Pferd, durch das die Eroberung von Troja schließlich gelungen sein soll. Der Forscher Francesco Tiboni glaubt allerdings nicht an diese alte Erzählung. An archäologischen Fundstellen, unter anderem in den Tiefen des Mittelmeers will er den Beweis erbringen, dass sich die Geschichte anders zugetragen haben muss.“ — Kunstgeschichte schließt sich an. „Seit Jahrhunderten stilisiert die Kunst Gewalt gegen Frauen – und nennt sie Schönheit. Eine animierte Proserpina befreit sich aus Plutos Armen und führt uns durch Meisterwerke von der Antike bis heute: von römischen Sarkophagen bis Bernini, von Artemisia Gentileschi bis Marina Abramovic. Diese filmische Reise eröffnet einen neuen Blick auf die Darstellung sexualisierter Gewalt in der Kunst.“ „Die sexualisierte Gewalt in der Kunst – Proserpina und die Anderen“, 22.35 Uhr.
Sonntag, 8. Februar
- Der Film „Shlomo – Sehnsucht nach Rache“ erinnert um 20.15 Uhr an den ehemaligen SS-Mann Gustav Wagner und den jüdischen Goldschmied Stanislaw ‚Shlomo‘ Szmajzner, die sich im Jahr 1978 plötzlich in Brasilien gegenüberstehen (ARD-alpha, 20.15 Uhr). — Um 21.15 Uhr folgt der Beitrag „Kitty Neustätter – verfolgt, deportiert, ermordet“.
- Literaturgeschichte auf Arte. „Jane Austen – Literatur und Leidenschaft“, 22.30 Uhr. „Die Karriere der britischen Schriftstellerin Jane Austen war beispielhaft. Ihre Hauptwerke aus der Zeit der Regency-Epoche ‚Stolz und Vorurteil‘ und ‚Emma‘ zählen zu den Klassikern der englischen Literatur. Am 16. Dezember 2025 feiert Jane ihren 250. Geburtstag. Das mit leichter Hand erzählte Porträt zeigt die Welt der großartigen Schriftstellerin und die Welt ihrer Romane.“
Montag, 9. Februar
Heute eine Fehlanzeige.
Dienstag, 10. Februar
- Die Koordinaten der Weltpolitik ändern sich. China tritt als Großmacht immer mehr in das weltpolitische Geschehen ein, man denke nur an den Taiwan-Konflikt. Ein guter Grund, einmal einen Blick auf die chinesische Geschichte des 20. Jahrhunderts zu werfen, wie es die Dokumentation „China – Wie eine Nation entstand“ auf Arte versucht. Um 20.15 Uhr läuft der erste Teil „Die blaue Sonne“. „Nach dem Sturz der Qing-Dynastie 1911 steht China vor einer historischen Wende: Wie kann das Land den Weg in die Moderne finden? Unter dem Symbol der „blauen Sonne“ führt Chiang Kai-shek das Erbe seines Mentors Sun Yat-sen fort. Er kämpft für die Abschaffung ausländischer Konzessionen und die Wiederherstellung der nationalen Souveränität. Das Emblem der „blauen Sonne“ steht für die Republik China unter Chiang Kai-shek. Nach dem Ende des jahrtausendealten Kaiserreichs 1911 sucht das Land nach einer neuen Identität. Wie kann China seine Souveränität zurückgewinnen? Und was bedeutet es, Chinese zu sein? Chiang Kai-shek, Nachfolger des Republikgründers Sun Yat-sen, will das Land einen und von ausländischer Vorherrschaft befreien. Seit den Opiumkriegen Mitte des 19. Jahrhunderts ist China durch Konzessionen zersplittert. Mit dem Nordfeldzug 1926 gelingt es Chiang Kai-shek, die von Warlords beherrschten Regionen unter seine Kontrolle zu bringen. Die Republik erobert einige Konzessionsgebiete zurück und übernimmt die Zollverwaltung. Doch Chiang Kai-sheks Vision eines starken Chinas wird von zwei Seiten bedroht: Japan intensiviert seine militärischen Angriffe und im Inneren erstarkt die kommunistische Bewegung unter Mao Zedong.“ — Der zweite Teil um 21.15 Uhr titelt „Die rote Sonne“. „1945 wird die Republik China eines der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates. Doch hinter der Fassade herrschen Korruption und Brutalität, und die Republik unterliegt im Bürgerkrieg ‚der roten Sonne‘ Mao Zedongs. Geschlagen zieht sich Chiang Kai-shek nach Taiwan zurück. Währenddessen beginnt Mao Zedong, den chinesischen Staat nach seinen Vorstellungen zu modernisieren.“ — Um 22.15 Uhr befasst sich die Dokumentation „Chinas Kriegsarbeiter an der Westfront“ mit dem Einsatz chinesischer Arbeiter auf Seiten der Alliierten im Ersten Weltkrieg. Damals „rekrutierten Großbritannien und Frankreich rund 140.000 Männer aus China – offiziell zur Arbeit weit abseits der Front. Doch viele von ihnen starben im deutschen Bombenhagel. Nach Hungersnöten hofften sie, als Kriegsarbeiter in Europa genug für den Unterhalt ihrer Familien zu verdienen. Doch ihr Traum wurde im Stellungskrieg der Westfront zum Alptraum.“
- Der MDR stellt um 22.10 Uhr die Frage: „Warum Dresden? Die Macht der Erinnerung“ „Die Zerstörung Dresdens im Februar 1945 ist die Zäsur in der Geschichte der Stadt und prägend für ihr Selbstverständnis. Das Erinnern daran ist inzwischen zu einer eigenen Geschichte geworden, um deren Deutungshoheit noch immer politisch und ideologisch gerungen wird. Auch andere deutsche Städte wurden durch Luftangriffe der Alliierten schwer getroffen, doch im Gedächtnis scheint die Zerstörung Dresden wie ein Sonderfall. Die Dokumentation sucht bei Zeitzeugen und Historikern nach Antworten.“
- Die ARD zeigt um 23.35 Uhr die Doku „100 Jahre auf Koks“. „Der Film fragt, wie Kokain in der Mitte der Gesellschaft ankommen konnte – und warum der Konsum heute für viele nicht mehr als Ausnahme, sondern als Normalität gilt. […] Die Reportage erzählt 100 Jahre Kokain in Deutschland: von den Exzessen der Weimarer Republik über die Rock-’n’-Roll-Jahre mit Udo Lindenbergs Bassisten Steffi Stephan bis zur heutigen Koksschwemme.“
Mittwoch, 11. Februar
- Mit dem Beitrag „Lady Sapiens“ begibt sich Arte um 20.15 Uhr auf die Spuren eines Steinzeit-Mythos. „Die Arbeitsteilung der Steinzeitmenschen war keineswegs streng getrennt wie bislang vermutet. Nicht nur die Männer gingen auf Mammutjagd, und Frauen saßen nicht ausschließlich am Feuer. Sie waren viel gleichgestellter, wie Forscherteams nun herausgefunden haben.“ — Um 21 Uhr geht es weiter mit Frauenpower in der Frühgeschichte: „Das Geheimnis der Wikinger-Kriegerin“. „Furchterregende Wikinger verbreiteten einst Angst und Schrecken. Doch ihre Geschichte muss umgeschrieben werden. Ein archäologischer Fund belegt: Unter den Kriegern waren auch Frauen!“
- Auch ARD-alpha widmet sich der Frauengeschichte und porträtiert Wissenschaftlerinnen, die von Männern um ihre bahnbrechenden Ergebnisse gebracht wurden. Um 21 Uhr heißt es „Gestohlener Ruhm · Rosalind Franklin und die DNA“ und um 21.45 Uhr „Königin der Leichen · Die Anatomin Anna Morandi“.
Donnerstag, 12. Februar
- Drei „Geheimwaffen des Zweiten Weltkriegs“ („Schusswaffen“: 20.15 Uhr; „Panzer“: 21.05 Uhr; „Flugzeuge“: 22.05 Uhr) und zwei „Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs“ („Blitzkrieg“: 23.30 Uhr; „Kampf über England“: 0.20 Uhr) stehen bei N-TV auf dem Programm.
Freitag, 13. Februar
- Zwei Retro-Beiträge erinnern auf ARD-alpha an die Auswanderung vieler Deutscher im Laufe der Geschichte nach Amerika. Um 21 Uhr läuft der Film „Die Deutsch-Amerikaner (1983) 300 Jahre im Neuen Land“ aus dem Jahr 1983. „1983 gab es 67 Mio. US-Amerikaner, ein Viertel der damaligen Bevölkerung, eine direkte Verwandtschaft zu den 7 Mio. deutschen Einwanderern seit Ende des 17. Jhd. nachweisen. Im Konflikt mit der alten Heimat während der beiden Weltkriege hatten sich die allermeisten Deutschamerikaner für ihre neue Heimat entschieden.“ — Um 21.45 Uhr lernen wir einen dieser Auswanderer kennen: „Ins Amerika (1981) Der Auswanderer Josef Wühr“. „Josef Wühr verließ im März 1882 sein Heimatdorf Hofern im Bayerischen Wald und wanderte nach Amerika aus. ‚Ins Amerika fahren!‘, das war noch bis in die 1950er-Jahre der Traum vieler armer Menschen im Bayerwald. Wühr kehrte nicht zurück, aber schrieb Briefe nach Hause, sie sind das Gerüst dieses Films über einen Auswanderer, der es ‚drüben‘ nicht zu Reichtum gebracht hat.“
- Einen Blick auf „Die sieben Weltwunder – Mythos und Wahrheit“ wirft um 22.30 Uhr Phoenix.
- Die hohe Zeit des Karnevals hat begonnen. Das ZDF erinnert um 0.15 Uhr mit dem Terra X History-Beitrag „Narrenrepublik Deutschland“ an die Geschichte des Karnevals. „Rheinischer Karneval und schwäbisch-alemannische Fasnet: Es sind die beiden närrischen Gegenwelten in Deutschland. Hier die Pappnase, da die Holzlarve. Gegenseitiges Verständnis – Fehlanzeige. Die Gründe dafür liegen weit zurück, tief im Mittelalter. Lange sah man die Karnevalsbräuche in der Tradition heidnischer Frühlingsfeste, bei denen mit Lärmen und Schlagen der Winter vertrieben werden sollte. Heute ist sich die Wissenschaft sicher: Die Wurzeln des Karnevals liegen woanders. Die Fastnacht ist, wie das Wort “Fasten” schon sagt, eng verbunden mit dem christlichen Jahresablauf. Der Kirchenkalender diktiert genau, wann im Jahr die richtige Zeit ist. Entscheidend sind das Osterfest und die vorhergehende 40-tägige Fastenzeit. Denn bevor das große Fasten beginnen konnte, mussten alle verderblichen Lebensmittel verbraucht werden: Eier, tierische Fette, Fleisch- und Milchprodukte. Fünf Tage lang, von Weiberfastnacht bis zum Aschermittwoch, durfte deshalb hemmungslos geschlemmt werden. Spätestens seit dem 13. Jahrhundert geschah das im Rahmen großer öffentlicher Gelage, die eigentlich nichts anderes waren als Resteverwertung. Die schmalzigen Fastnachtskrapfen zeugen noch heute davon. Seither hat sich der Karneval, beeinflusst von Politik und Gesellschaft, immer wieder verändert, stand um 1800 fast vor dem Aus und erfand sich neu, organisierter, aber frech wie eh und je. Unter dem Schutz der Narrenkappe wird damals wie heute auch scharfe Kritik an Herrschenden und oberen Klassen geübt. Warum beginnt die fünfte Jahreszeit am 11. November? Welche Bedeutung hat die Figur des Narren? Warum verkleiden sich an den tollen Tagen überall Menschen und tragen Kappen? Wie entstand die politische Fastnacht? Und was hat Weiberfastnacht mit der Emanzipation der Geschlechter zu tun? ‚ZDF-History‘ geht auf Spurensuche in unserer närrischen Geschichte.“ (tv.de) — Es schließt sich um 1 Uhr aus derselben Reihe der Beitrag „Mythos Kneipe – der Deutschen zweites Wohnzimmer“ an.
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