TV-Vorschau 17. – 23. Januar 2026
Eine Vielzahl an historischen Dokumentationen und ein Spielfilm laufen in der kommenden Woche im Fernsehen. Besonders erwähnenswert ist eine Doku, die die letzte Herrschaftsperiode der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und den Weg Europas in den Ersten Weltkrieg beschreibt. Viel Spaß bei der Auswahl.
Samstag, 17. Januar
- Wehrmachtssoldaten stehen im Programmmittelpunkt auf tagesschau24. Um 20.15 Uhr schauen wir auf die „Heimkehr aus dem Osten – Adenauers Kampf um die Gefangenen“. „Adenauer erhielt bei seinem Besuch [in Moskau] vom 8. bis 14. September 1955 die Zusage, dass die letzten rund 9.500 Gefangenen freigelassen würden. Sie kehrten ab Oktober 1955 nach Deutschland zurück. Die Moskaureise, bei der auch die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vereinbart wurde, war das erste Treffen zwischen den politischen Spitzen der gerade souverän gewordenen Bundesrepublik und der Sowjetunion nach dem Krieg.“ — Um 21.02 Uhr schließt sich „Die Dokumentation „Friedland – Als die Väter heimkamen“ [an und] erzählt die wahre Geschichte von Heimkehrern aus der Gefangenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg.“ — Einen kritischen Blick auf deutsches Soldatentum im Zweiten Weltkrieg wirft der Film „Ich war Täter – Deutsche Weltkriegssoldaten blicken zurück“. „Wenn ehemalige Soldaten nach ihren Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg gefragt wurden, dann schwiegen sie oder sie redeten allein von dem, was sie erlitten hatten. Wer kennt das nicht? Dann war von Hunger und Entbehrungen die Rede, von gefallenen Kameraden, von Elend und Drangsal der Kriegsgefangenschaft. Deutsche Soldaten die Opfer des Krieges? Hitlers Wehrmacht eine Truppe von grundlos Leidenden? Die andere Seite der Wahrheit blieb fest in der Erinnerung verschlossen. Viele konnten nur weiterleben, indem sie vor sich und den nächsten Angehörigen ihr soldatisches Handeln verbargen, ihre Täterschaft mit allen unmenschlichen Folgen.“ In dieser Dokumentation berichten deutsche Soldaten „vom Töten gegnerischer Soldaten oder deutscher Kameraden, die sich aus Angst oder Überzeugung dem befohlenen Morden verweigerten. Von der Alternative Er oder Ich erzählen sie und über die eigene Verrohung. Einige bekennen sich dazu, Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht an osteuropäischen Juden, an verbündeten Ukrainern oder entwaffneten russischen Soldaten aus nächster Nähe miterlebt zu haben.“ — Um 22.17 Uhr befindet der Zuschauer sich „Auf der Jagd nach Nazi-Bunkern“.
- Das Bauhaus unter Walter Gropius war ein Zentrum der künstlerischen Avantgarde und kulturellen Freiheit in der Weimarer Republik. Die Nationalsozialisten zerschlugen es 1933, weil sie seine modernistische Ästhetik und internationale Ausrichtung als ideologische Gefahr betrachteten. Heute polemisiert die AfD kulturpolitisch gegen das Bauhaus-Erbe. Ihre Kritik erinnert in ihren Argumentationsmustern an die damalige NS-Verdammung. Der Spielfilm „Lotte am Bauhaus“ (BRD 2019, Regie: Gregor Schnitzler) schildert die ersten Jahre des Bauhaus bis zur Umsiedlung von Weimar nach Dessau am Beispiel einiger, teilweise fiktiver WerksstudentInnen (ONE, 20.15 Uhr).
- Auf Phoenix gibt es vier Folgen „Damals in Amerika“. Um 20.15 Uhr „Die Geschichte der Industriegiganten“, um 21 Uhr „Die Geschichte der Mächtigen“, um 21.45 Uhr „Die Geschichte der Traumfabrik Hollywood“ und um 22.30 Uhr „Die Geschichte der Einwanderer“. Morgen geht es weiter.
- Weiter geht es mit „Österreich – die ganze Geschichte“ auf ARD-alpha. Um 20.15 Uhr läuft Teil 5 „Geiseln der Kälte“ und um 21 Uhr Teil 6 „Das große Geld“.
- Arte widmet sich der römischen Bau- und Architekturgeschichte. Zu Beginn des Abends steht „Das Kolosseum, Arena der Macht“ im Blickpunkt. „Ein Bau der Superlative“ um 20.15 Uhr, „Glanz und Verfall“ folgen um 21.05 Uhr. — „Im Golf von Neapel befindet sich die erste ‚Wellness-Oase‘ der Weltgeschichte. Römische Kaiser wie Nero und Claudius haben dort mit den Reichsten der Reichen ihrer Zeit geschlemmt und zügellose Orgien gefeiert. Nero hat dort sogar seine Mutter Agrippina ermordet. Unterwasserarchäologen erforschen intensiv die einstige Stadt des Luxus und des Lasters.“ „Neros Stadt der Lüste“ ist Thema um 22 Uhr. — „Giovanni Battista Piranesi – der italienische Architekt und Kupferstecher galt Ende des 18. Jahrhunderts als „Rembrandt der antiken Ruinen“. Vor seinem magischen Schlüsselloch auf dem Aventin in Rom stehen heute die Touristinnen und Touristen Schlange. Bekannt wurde Piranesi durch seine rätselhaften Kerkerdarstellungen voller Wege und Treppen, die ins Nichts führen.“ „Der Architekt, der Rom neu erfand: Piranesi und seine Visionen“ (22.55 Uhr).
Sonntag, 18. Januar
- Ostpreußen prägt den Themenabend auf tagesschau24. Um 20.15 Uhr richtet sich der Blick auf „Ostpreußens vergessene Schlösser“. „Der Film ‚Ostpreußens vergessene Schlösser‘ aus der Reihe ‚Unsere Geschichte‘ dokumentiert eine einmalige Initiative von Wissenschaftlern aus drei Nationen. Forscher aus Deutschland, Polen und Russland suchen nach Denkmälern und Monumenten, die 1945 und später im Gebiet des ehemaligen Ostpreußens zerstört wurden. Ihr Ziel: mithilfe modernster Technologie soll die vollständige Dokumentation dessen, was von den damaligen Königsschlössern noch vorhanden ist, gelingen.“ — Der Film „Schlossgeschichten und Storchenflüge: Ostpreußens Zauber“ schließt sich um 21.02 Uhr an. — „Verschollen in Ostpreußen: Der lange Weg der ‚Wolfskinder‘“ blickt um 21.30 Uhr auf die Nachkriegszeit zurück.
- Die Reihe „Damals in Amerika“ geht auf Phoenix weiter. Um 20.15 Uhr „Die Geschichte Alaskas“ wird um 20.15 Uhr behandelt, „Die Geschichte der Arbeiter“ um 21 Uhr.
- Zwei Zeitzeugen kommen auf ARD-alpha zu Wort. Um 20.15 Uhr „Gidon Lev: Hoffen, solange wir leben“ und „Eva Szepesi: Die Angst weicht nie“ um 21 Uhr.
Montag, 19. Januar
- Der „Dokumentarfilm „Habsburgs Untergang“ beleuchtet die letzte Herrschaftsperiode der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und ihren Weg in den Untergang und damit in die europäische Katastrophe. Militärische Konflikte und der daraus resultierende Machtverlust innerhalb Europas ließen das Donaureich im 19. Jahrhundert kontinuierlich schrumpfen. Umgeben von Großmächten ringt der Vielvölkerstaat um seine Identität. Gesellschaftspolitische Umwälzungen und Konflikte innerhalb des Reiches setzten den Hof zusätzlich unter Druck. Großstädte wuchsen zu Metropolen heran und blühten in Wissenschaft, Kunst und Literatur, während sich im Verborgenen Elend ausbreitete. Eine toxische Mischung aus Unterdrückung, Ignoranz und sozialen Abgründen entstand während dieses Aufbruchs in Wien, das sich zu einem Labor der Mäßigung entwickelte. Die Rassendiskriminierung zur Zeit der Industrialisierung erzeugte eine trügerische Stimmung auf dem Kontinent. Schlafwandelnd taumelten die Imperien (in der Folge) in einen Weltkrieg, die europäische Katastrophe, deren Spuren bis heute nachwirken.“ BR, 22.45 Uhr.
Dienstag, 20. Januar
- Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus sendet der MDR den Dokumentarfilm „Die geheimen Depots von Buchenwald“ (22.10 Uhr). Der Film „ begleitet und dokumentiert Ausgrabungsarbeiten am Steinbruch des Konzentrationslagers Buchenwald, macht sich auf Spurensuche und offenbart eine bisher unerzählte Geschichte.“
Mittwoch, 21. Januar
- Phoenix begibt sich um 20.15 Uhr ins vorrevolutionäre Paris. „Sie ist Frankreichs wohl berühmteste Königin – Marie Antoinette: Glamour-Girl und Mode-Ikone. Ihr Hang zum Luxus ist legendär und wird ihr während der Revolution zum Verhängnis. Doch ausgerechnet Marie Antoinette liebt die Abgeschiedenheit. Immer wieder bricht sie aus ihrem goldenen Käfig aus, flieht in ein künstliches Paradies fernab von Etikette und höfischen Intrigen.“ „Geheimes Versailles – Die zwei Leben der Marie Antoinette“. — Um 21 Uhr folgt die Doku „Elisabeth I. – Krieg dem Terror“. „Die katholischen Feinde der protestantischen englischen Königin Elisabeth setzten mehrfach alles daran, statt ihr Maria Stuart auf den Thron von England zu bringen. Elisabeth setzte sich mit sehr modern anmutenden geheimdienstlichen Methoden zur Wehr, die ihr Berater Francis Walsingham entwickelt hatte. Mit seiner Spionageabwehr gelang es ihm, mehrere Attentate auf die Königin zu vereiteln.“
- Im NDR läuft um 22.50 Uhr der Spielfilm „Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen“ (BRD 2025, Regie: Carsten Gutschmidt), der die Nürnberger Prozesse gegen die Spitzen des NS-Regimes zum Inhalt hat (kommenden Montag auch im BR). „Das Dokudrama ‚Nürnberg ’45 – Im Angesicht des Bösen‘ besteht aus hochwertigen Spielszenen (Cast unter anderem Jonathan Berlin, Katharina Stark, Wotan Wilke Möhring, Francis Fulton-Smith), Interviews mit den Kindern von Ernst Michel und Seweryna Smaglewska, koloriertem Archivmaterial und einem der seltenen Interviews mit Ernst Michel aus den 2000er-Jahren.“
Donnerstag, 22. Januar
- Zweimal „Apokalypse – Der Zweite Weltkrieg“ um 20.15 Uhr und 21.05 Uhr auf n-tv. — Danach folgen zwei Dokus zu Auschwitz. Um 22.05 Uhr „Architektur des Mordes“ und um 23.30 Uhr „Countdown zur Befreiung“.
- Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus sendet der MDR zwei Beiträge. Um 22.40 Uhr geht es um „Kunst aus dem Todeslager“. „Die Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis waren Orte unfassbarer Grausamkeit, des Elends und des Todes. Doch selbst hier fand Schöpfung statt. Schöpfung als Überlebensmittel gegen Zerstörung. Kunst gegen die Entmenschlichung. Im Auftrag der SS, aber auch heimlich unter Lebensgefahr wurde gezeichnet und gemalt, arbeiteten Bildhauer und Modellbauer, wurden Konzerte aufgeführt und Theater gespielt.“ — „Max Grünfelds idyllische Kindheit endet abrupt im April 1944. Während des Pessach-Festes wird er mit seiner Familie von deutschen Soldaten im slowakischen Dorf Pavlovo abgeholt und ins Ghetto von Mukatschevo gebracht. Von hier werden die Grünfelds direkt nach Auschwitz deportiert. Fast alle werden dort in den Gaskammern ermordet – nur Max und sein Vater kommen in Arbeitskommandos. Im Januar 1945 muss Max auf den Todesmarsch nach Buchenwald. Auch dieses Konzentrationslager überlebt er.“ „Der Schneider der Präsidenten – Die lange Reise des Maxmilian Grünfeld“ (23.30 Uhr).
Freitag, 23. Januar
- Zu später Stunde um 0.20 Uhr läuft auf n-tv die Dokumentation „Pompeji vor dem Untergang – Geschichte einer Schicksalsstadt“. „Zum ersten Mal zeigt ein Dokumentarfilm dank neuer Ausgrabungen, wie sich Pompeji von seinen Ursprüngen am Ende des 7. Jhd. v. Chr. bis zum Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. entwickelt hat. Der Einsatz von CGI und 3D-Mapping ermöglicht einen Blick auf diese antike Superstruktur und die 8 Jahrhunderte der städtischen Entwicklung. Anhand von Berichten internationaler Archäologen und Historiker wird dieses historische Meisterwerk wiederbelebt. (Senderinfo)“
Schreibe einen Kommentar