{"id":2406,"date":"2012-07-31T15:54:00","date_gmt":"2012-07-31T13:54:00","guid":{"rendered":"http:\/\/historikerkraus.de\/blog\/?p=2406"},"modified":"2012-07-31T14:59:27","modified_gmt":"2012-07-31T12:59:27","slug":"e-books-und-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historikerkraus.de\/blog\/2012\/07\/31\/e-books-und-geschichte\/","title":{"rendered":"E-Books und Geschichte?"},"content":{"rendered":"<p>E-Books und Geschichte? \u2014 Ist das \u00fcberhaupt eine Frage? Wer sich mit der Geschichte besch\u00e4ftigt, ist es gewohnt, B\u00fccher zu lesen. Und Aufs\u00e4tze. Und Zeitschriften. Und Zeitungsartikel. Und neuerdings auch Websites und Blogs. Und vielleicht wird man sich auch ab und an mal eine Fernseh-Doku ansehen. Warum dann nicht auch E-Books?<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite: Warum auch noch E-Books? Die B\u00fccher gibt es doch alle als gedruckte Exemplare. Sogar in Bibliotheken ausleihbar. Welchen Mehrwert bieten E-Books? Und wer will schon Stunden vor dem Bildschirm sitzen, um ein Buch zu lesen? E-Books machen vielleicht f\u00fcr den Krimi zwischendurch oder im Urlaub Sinn, wenn man ein Tablet oder einen E-Book-Reader nutzt, aber f\u00fcr \u201cernste\u201d oder gar \u201cFach\u201dliteratur?<\/p>\n<p>E-Books sind seit einigen Jahren auf dem Buchmarkt auf dem Vormarsch. In den USA verdoppelte sich deren Umsatz im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010. <em>\u201cE-Books machten damit 15,5 Prozent der Ums\u00e4tze der Verlage aus.\u201d<\/em> In Deutschland ist das noch ganz anders. <em>\u201cDer Anteil der digitalen Werke am gesamten deutschen Buchmarkt lag bei knapp 1 Prozent.\u201d<\/em> (Infos <a href=\"http:\/\/www.golem.de\/news\/digitalisierung-umsaetze-mit-e-books-in-dem-usa-mehr-als-verdoppelt-1207-93309.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>). Die Prognosen setzen aber auch hierzulande auf Wachstum: <em>\u201cIn Deutschland sollen im Jahr 2011 nur 3,72 Millionen eBooks verkauft worden sein. F\u00fcr das Jahr 2012 wird der Verkauf von 7,03 Millionen Titeln im Digitalformat erwartet. Im Jahr 2011 wurden in den USA also rund 100 Mal so viele eBooks verkauft wie in Deutschland. Der Marktanteil von eBooks am deutschen Buchmarkt wird f\u00fcr 2011 mit 1,4 Prozent gesch\u00e4tzt. Bis 2015 soll sich dieser Anteil der 10 Prozent Marke n\u00e4hern.\u201d<\/em> (siehe <a href=\"http:\/\/cme.at\/ebooks\/usa-ebook-verkaufe-explodieren\/\" target=\"_blank\">hier<\/a>).<\/p>\n<p>Amazon hat mit dem Verkauf seines E-Book-Readers <strong>Kindle<\/strong>, den es inzwischen in <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/feature.html?docId=1000622603&amp;ref=famstripe_kf\" target=\"_blank\">diversen Versionen und Ausstattungen<\/a> gibt, angefangen, auch in Deutschland den E-Book-Markt zu beleben. Dabei sind auch die anderen Anbieter nicht unt\u00e4tig, vor allem Weltbild hat zusammen mit Hugendubel in der letzten Zeit massiv neue E-Book-Reader auf den Markt gebracht und beworben. Auch hier gibt es eine <a href=\"http:\/\/www.weltbild.de\/1\/ebook\/ebook-reader.html\" target=\"_blank\">Reihe von Produkten in unterschiedlicher Ausstattung und Preislage<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Weitere Anbieter<\/strong> sind schon seit langem auf dem deutschen E-Book-Reader-Markt vertreten wie <a href=\"http:\/\/www.sony.de\/product\/rd-reader-ebook\/tab\/overview\" target=\"_blank\">Sony<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.kobobooks.de\/touch\" target=\"_blank\">Kobo<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.thalia.de\/shop\/oyo_neu_sale\/show\/\" target=\"_blank\">Oyo<\/a>, der vor allem von der Thalia-Buchhandelskette vertrieben wird.<\/p>\n<p>Aber was n\u00fctzt das beste Leseger\u00e4t, wenn es an der <strong>Buchauswahl<\/strong> mangelt? Nun ist der E-Book-Markt ja eine Katze, die sich in den Schwanz bei\u00dft. Je mehr E-Books es zu freundlichen Preisen gibt, um so gr\u00f6\u00dfer wird die Nachfrage nach E-Book-Readern. Und wenn gute und preiswerte Leseger\u00e4te erh\u00e4ltlich sind, steigert sich naturgem\u00e4\u00df das Interesse an elektronischen B\u00fcchern. Daher ist es nicht verwunderlich, dass gerade Amazon als wohl wichtigster Vorreiter des E-Book-Markts in Deutschland auch hier offensiv voran schreitet. So gibt es immer wieder Geschenkaktionen f\u00fcr E-Books: Nach Weihnachten, damit man das Kindle-Weihnachtsgeschenk gleich bef\u00fcllen kann, an Ostern, am Valentinstag (Liebesromane!) oder bei den deutschen Vorrundenspielen der Fu\u00dfballeuropameisterschaft. Auf den Geschmack gekommen, soll der Leser nat\u00fcrlich weitere E-Books der verschenkten Autoren oder der Buchreihe kaufen. Auch andere E-Book-H\u00e4ndler bieten immer mal wieder kostenlose E-Books an.<\/p>\n<p>Was n\u00fctzt das aber dem Geschichtsinteressierten oder gar dem Fachhistoriker? Au\u00dfer ab und zu einem historischen Roman wird in diesen Sonderaktionen nur selten etwas Relevantes dabei sein.<\/p>\n<p>Es gibt aber (mindestens) noch zwei andere E-Book-Angebote, die Interessantes bieten k\u00f6nnen.<br \/>\nZum einen entwickelt sich mit dem Aufkommen der E-Books langsam, aber sicher ein <strong>Independent-Markt<\/strong>. Viele Autoren versuchen ihr Gl\u00fcck auf eigene Faust oder mit Unterst\u00fctzung spezialisierter kleiner E-Book-Verlage und stellen ihre Werke dem Publikum f\u00fcr <em>kleines Geld<\/em> zur Verf\u00fcgung. Auch hier ist Amazon Vorreiter und bietet ein sehr gutes Portal f\u00fcr das Self-Publishing. Nat\u00fcrlich geh\u00f6ren die \u00fcberwiegende Zahl der Titel zur unterhaltenden Literatur: Belletristik, Krimis und Thriller, Science Fiction, Fantasy usw. Historische Romane sind schon seltener. Aber ab und zu finden sich auch historische Sachb\u00fccher und manchmal sogar \u201crichtige\u201d Fachb\u00fccher.<\/p>\n<p>Zum anderen ist der Bereich der <strong>gemeinfreien Literatur<\/strong> f\u00fcr den E-Book-Markt wie geschaffen. B\u00fccher, deren Urheberschaftsrechte erloschen sind, k\u00f6nnen v\u00f6llig legal kostenlos von jedermann zum Herunterladen angeboten werden. L\u00e4ngst gibt es eigene Portale f\u00fcr solche Literatur, und auch Amazon hat dies erkannt und bietet tausende Titel gemeinfreier Literatur kostenlos f\u00fcr seinen Kindle an. Unter diesen B\u00fcchern finden sich dann in der Tat f\u00fcr den Geschichtsfreund wundervolle Exemplare: Klassiker der Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wie z. B. Jacob Burckhardts \u201cDie Kultur der Renaissance in Italien\u201d oder geschichtsphilosophische Titel wie Machiavellis \u201cF\u00fcrst\u201d.<\/p>\n<p>Allein diese M\u00f6glichkeit, eine Welt grundlegender historiographischer Werke <strong>ohne weitere Kosten<\/strong> \u2013 man braucht in der Tat nicht einmal einen besonderen E-Book-Reader \u2013 lesen zu k\u00f6nnen, ist es Wert, sich mit dem Thema auf einem Geschichts-Blog n\u00e4her zu befassen. Daher werden Beitr\u00e4ge rund um dieses Thema in Zukunft h\u00e4ufiger hier auftauchen. Ich werde auch eine eigene Unterseite hierzu einrichten.<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df beim Lesen der Beitr\u00e4ge und vielleicht auch einiger E-Books.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>E-Books und Geschichte? \u2014 Ist das \u00fcberhaupt eine Frage? Wer sich mit der Geschichte besch\u00e4ftigt, ist es gewohnt, B\u00fccher zu lesen. Und Aufs\u00e4tze. Und Zeitschriften. Und Zeitungsartikel. Und neuerdings auch Websites und Blogs. 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