{"id":2361,"date":"2012-07-25T16:12:43","date_gmt":"2012-07-25T14:12:43","guid":{"rendered":"http:\/\/historikerkraus.de\/blog\/?p=2361"},"modified":"2012-07-25T16:16:16","modified_gmt":"2012-07-25T14:16:16","slug":"zeitschrift-rhein-maas-zweiter-band","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historikerkraus.de\/blog\/2012\/07\/25\/zeitschrift-rhein-maas-zweiter-band\/","title":{"rendered":"Zeitschrift Rhein-Maas \u2013 Zweiter Band"},"content":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit habe ich den ersten Band einer neuen Zeitschrift vorgestellt, die das Institut f\u00fcr niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung der Universit\u00e4t Duisburg-Essen herausgibt: <a href=\"http:\/\/historikerkraus.de\/blog\/2010\/09\/13\/rhein-maas-studien-zur-geschichte-sprache-und-kultur\/\" target=\"_blank\">\u201cRhein-Maas. Studien zur Geschichte, Sprache und Kultur\u201d<\/a> Inzwischen sind zwei weitere B\u00e4nde erschienen, die ich hier und in einem sp\u00e4teren Beitrag kurz vorstellen m\u00f6chte. Heute also zu Band 2 der Zeitschrift.<\/p>\n<p align=\"center\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.uni-due.de\/~se753pa\/inkur\/JPG\/cover_zs_rm_02_2011.jpg\" \/><\/p>\n<p>Sowohl der geographische Rahmen, der durch den Namen vorgegeben ist, als auch der Standort der Herausgeberschaft legen es nahe, dass die Zeitschrift auch einige Beitr\u00e4ge zur Kultur und Geschichte des Ruhrgebiets enthalten wird. Wie schon im ersten Band bleibt die Struktur der Beitr\u00e4ge erhalten:<\/p>\n<ul>\n<li>Aufs\u00e4tze,<\/li>\n<li>Aus dem Museum,<\/li>\n<li>Forum und<\/li>\n<li>Rezensionen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie schon im ersten Band beschlie\u00dft auch in dieser Ausgabe der Zeitschrift eine <strong>niederl\u00e4ndische Zusammenfassung<\/strong> die Beitr\u00e4ge in der Rubrik \u201cAufs\u00e4tze\u201d. Anders als beim ersten Band wurde aber diesmal ein <strong>Themenschwerpunkt<\/strong> gew\u00e4hlt: <strong>Arch\u00e4olgie<\/strong>. Einen \u00dcberblick \u00fcber die einzelnen Beitr\u00e4ge des Bandes, die sich mit den Burgen des Ruhrgebiets ebenso befassen wie mit dem eisenzeitlichen Hellweg, Adel und Milit\u00e4r am Niederrhein oder dem fr\u00fchneuzeitlichen Staatsbildungsprozess am Beispiel L\u00fcttichs, kann man sich auf der <a href=\"http:\/\/www.uni-due.de\/inkur\/rhein-maas-zeitschrift.php?zeigeband=2\" target=\"_blank\">Homepage zur Zeitschrift<\/a> verschaffen, so dass ich hier nicht das komplette Inhaltsverzeichnis auff\u00fchren muss. Ich m\u00f6chte vielmehr eine h\u00f6chst subjektive Auswahl der Beitr\u00e4ge n\u00e4her beleuchten.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Herrmann, Volker, Duisburg, ein bedeutender Siedlungs- und Handelsplatz zwischen Sp\u00e4tantike und Mittelalter &#8211; Neue arch\u00e4ologische Funde und Strukturen aus dem Duisburger Stadtgebiet. In: Rhein-Maas. Studien zur Geschichte, Sprache und Kultur, Bd. 2 (2011), S. 75-107.<\/strong><\/p>\n<p>Mein pers\u00f6nlicher Ankn\u00fcpfungspunkt liegt darin begr\u00fcndet, dass ich 13 Jahre in Duisburg gewohnt habe und daher ein wenig mit der Stadtgeschichte vertraut bin. Der ehemalige Duisburger Stadtarch\u00e4ologe Volker Hermann (seit Ende letzten Jahres ist er <a href=\"http:\/\/www.societaet-du.de\/data\/docs\/Berichte%202011\/07%20Geschichte%20zum%20Anfassen%20NRZ_2011-07-09.pdf\" target=\"_blank\">in Bern f\u00fcr die Stadt-, Burgen-, Kirchenarch\u00e4ologie und Bauforschung<\/a> zust\u00e4ndig) hat eine gelungene \u00dcberblicksdarstellung, die den aktuellen Forschungsstand zur mittelalterlichen Stadtgeschichte pr\u00e4sentiert, vorgelegt. Aufgrund neuerer arch\u00e4ologischer Funde und Befunde kann die Jahrtausende lange, intensive Besiedlung des Raumes an der Ruhrm\u00fcndung zwischen Sp\u00e4tantike und fr\u00fchem Mittelalter gut nachvollzogen werden. Herrmann beschreibt, unterst\u00fctzt von diversen Abbildungen und Karten, wie auf Grundlage r\u00f6mischer Infrastruktur seit dem 5. Jahrhundert die Franken ihre Herrschaft aufrichteten. Der K\u00f6nigshof Duisburg war eingebettet in ein Siedlungsgeflecht und ein \u00fcber\u00f6rtliches Wegesystem. Im 10. Jahrhundert steigt Duisburg zu einer Kaiserpfalz auf und wird wegen seiner sehr g\u00fcnstigen verkehrstopographischen Lage zu einem wichtigen Handelszentrum. \u201cDie endg\u00fcltige Verlandung des Rheinarms vor der Stadt besiegelte im ausgehenden 14. Jahrhundert den wirtschaftlichen Niedergang Duisburgs und der mit der Stadt verbunden Region.\u201d (S. 106) Hermanns Beitrag ist eine gelungene \u00dcberblicksdarstellung zur sp\u00e4tantiken und mittelalterlichen Stadtentwicklung Duisburgs, die dank der zahlreichen Anmerkungen eine weiterf\u00fchrende Lekt\u00fcre dem interessierten Leser jederzeit erm\u00f6glicht.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Zieling, Norbert, Arch\u00e4ologische Ausgrabungen in der Colonia Ulpia Traiana \/ Xanten \u2013 Versuch einer Bilanz. In: Rhein-Maas. Studien zur Geschichte, Sprache und Kultur, Bd. 2 (2011), S. 109-129.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.apx.lvr.de\/willkommen\/abteilungen\/bodendenkmalpflege.htm\" target=\"_blank\">Norbert Zieling<\/a> arbeitet als leitender Bodendenkmalpfleger im Arch\u00e4ologischen Park Xanten (APX) und beschreibt den aktuellen Forschungsstand dieses gro\u00dfen gesch\u00fctzten Bodendenkmals. Die ehemalige r\u00f6mische Stadt <em>Colonia Ulpia Traiana<\/em> (CUT) wird seit dem 19. Jahrhundert immer wieder mehr oder weniger systematisch und aus wissenschaftlichem Interesse ausgegraben. 1973 wurde auf dem Areal der antiken Stadt der APX errichtet. 1980 wurde die CUT in die Denkmalliste der Stadt Xanten eingetragen und so als Bodendenkmal unter Schutz gestellt. 1985 errichtete der Landschaftsverband Rheinland schlie\u00dflich eine eigene Au\u00dfendienststelle, heute LVR-Arch\u00e4ologischer Park Xanten\/LVR-R\u00f6merMuseum Xanten, die mit der Erforschung, Erhaltung und Pr\u00e4sentation des Bodendenkmals beauftragt ist. Seitdem kann unter einmaligen Bedingungen ohne Druck \u2013 wie es sonst beispielsweise bei Notgrabungen der Fall ist \u2013 die r\u00f6mische Geschichte erforscht werden. Zieling stellt nun in seinem Beitrag diese Forschungst\u00e4tigkeit seit Gr\u00fcndung der Au\u00dfendienststelle dar. Er behandelt zun\u00e4chst die Forschungsgeschichte der r\u00f6mischen Stadt und die Vorgeschichte des APX, ehe auf die gro\u00dfen Grabungen der letzten 25 Jahre eingeht: \u00d6ffentliche Thermen, Handwerkerh\u00e4user, Capitol, Forum und Weitere Forschungsschwerpunkte. In seinem Fazit geht Zieling auf die grunds\u00e4tzliche Frage ein, ob es nicht besser w\u00e4re, die nun gesch\u00fctzten Bodendenkm\u00e4ler unber\u00fchrt im Boden zu belassen, damit sp\u00e4tere Forschergenerationen mit besseren wissenschaftlichen Methoden daran arbeiten k\u00f6nnten. Dahinter verbirgt sich das Grundproblem der Arch\u00e4ologie, dass mit jeder Grabung zwar Wissen vermehrt, zugleich aber auch die arch\u00e4ologische Quelle unwiderbringlich zerst\u00f6rt wird. Darin unterscheidet sich die Arch\u00e4ologie grunds\u00e4tzlich von der historischen Forschung, deren Quellen in der Regel in Archiven gut gesch\u00fctzt sind und bleiben. Weitere Grabungen seien laut Zieling aber allein schon gerechtfertigt durch den Zuwachs an Bedeutung f\u00fcr den Park und damit verbunden wachsendes Besucherinteresse. Nur stetig neue Grabungen und damit verbunden Erkenntnisgewinn, der dann wieder \u00f6ffentlichkeitswirksam pr\u00e4sentiert werden kann, sichert auf Dauer das Publikums- und Medieninteresse an dem Projekt APX. Die Besucherzahlen, 2009 waren es mehr als 700 000 Besucher, sind das beste Argument f\u00fcr das Projekt Arch\u00e4ologischer Park Xanten. W\u00fcrde man auf neue Grabungen und damit auf neue Erkenntnisse verzichten, w\u00fcrden einbrechende Besucherzahlen das Projekt langfristig zum Scheitern bringen und somit auch den Schutz der Bodendenkm\u00e4ler gef\u00e4hrden. Der APX ist, so Zieling, eine perfekte Symbiose zwischen Forschung, Vermittlung und Denkmalschutz. Nicht zuletzt verlaufen auch die Grabungen sehr denkmalschonend, weil sie &#8211; anders als bei Notgrabungen &#8211; ohne Zeitdruck erfolgen. Bleibt noch zu erw\u00e4hnen, dass ich selbst vor vielen Jahren als Volont\u00e4r und Museumsp\u00e4dagoge im damaligen Regionalmuseum\/Arch\u00e4ologischen Park Xanten gearbeitet habe und einige der hier erw\u00e4hnten Grabungen noch aus eigener Anschauung vertraut sind.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Zeppenfeld, Burkhard, Der LVR-Industriearch\u00e4ologische Park St. Antony. In: Rhein-Maas. Studien zur Geschichte, Sprache und Kultur, Bd. 2 (2011), S. 187-192.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rheinischemuseen.de\/app\/rama\/detail.asp?MNr=341\" target=\"_blank\">Burkhard Zeppenfeld<\/a>, der Leiter der Oberhausener Au\u00dfenstelle des Rheinischen Industriemuseums, berichtet in der Rubrik \u201cAus dem Museum\u201d \u00fcber die Erforschung und Pr\u00e4sentation der St. Antony-H\u00fctte in Oberhausen, die seit Herbst 2010 der \u00d6ffentlichkeit als industriearch\u00e4ologischr Park zug\u00e4nglich ist. Dar\u00fcber war auf diesem <a href=\"http:\/\/historikerkraus.de\/blog\/tag\/antony-hutte\/\" target=\"_blank\">Blog bereits \u00f6fter die Rede<\/a>. Nach einer \u2018kurzen Geschichte der St. Antony-H\u00fctte\u2019 wird die \u2018industriearch\u00e4ologische Grabung\u2019 beschrieben. Das Gel\u00e4nde der ehemaligen St. Antony-H\u00fctte steht seit dem Jahr 2000 als erstes Oberhausener Bodendenkmal unter Schutz. Von 2006 bis 2008 wurde das Gel\u00e4nde systematisch von Arch\u00e4ologen der Au\u00dfenstelle Xanten des LVR-Amtes f\u00fcr Bodendenkmalpflege im Rheinland ausgegraben. Zeppenfeld stellt dann die wesentlichen Teile des Bodendenkmals vor, zun\u00e4chst die Gie\u00dfhalle, dann der Kokshochofen und schlie\u00dflich Kesselhaus, Dampfgebl\u00e4se und Kupolofen. Den Abschluss des Beitrags bildet die \u2018Pr\u00e4sentation der Ergebnisse im LVR-Industriearch\u00e4ologischen Park\u201d. Zur Pr\u00e4sentation des arch\u00e4ologischen Befundes mit Erl\u00e4uterung der Bau- und Technikgeschichte kommt n\u00e4mlich noch eine museale Darstellung der Geschichte der Anlage im Wohnhaus der St. Antony-H\u00fctte. Wer mehr \u00fcber die St. Antony-H\u00fctte erfahren m\u00f6chte, wird in den Anmerkungen auf weiterf\u00fchrende Literatur verwiesen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Insgesamt ist der zweite Band der Zeitschrift eine vielseitige Zusammenstellung von \u00dcberblickdarstellungen zur arch\u00e4ologischen Forschung in der Region mit Schwerpunkt Niederrhein und Ruhrgebiet. Die Beitr\u00e4ge geben jeweils einen guten \u00dcberblick und erm\u00f6glichen weitere Lekt\u00fcre durch ihre Literaturhinweise. Es lohnt sich auf jeden Fall, mal einen Blick hinein zu werfen.<\/p>\n<p><strong>Rhein-Maas. Studien zur Geschichte, Sprache und Kultur<\/strong>, hrsg. v. Institut f\u00fcr niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung durch J\u00f6rg Engelbrecht, Simone Frank, Christian Krumm und Holger Schmenk, Duisburg (Universit\u00e4tsverlag Rhein-Ruhr) 2011, ISBN 978-3-942158-07-7; ISSN 1869-4071.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit habe ich den ersten Band einer neuen Zeitschrift vorgestellt, die das Institut f\u00fcr niederrheinische Kulturgeschichte und Regionalentwicklung der Universit\u00e4t Duisburg-Essen herausgibt: \u201cRhein-Maas. Studien zur Geschichte, Sprache und Kultur\u201d Inzwischen sind zwei weitere B\u00e4nde erschienen, die ich hier und in einem sp\u00e4teren Beitrag kurz vorstellen m\u00f6chte. 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