{"id":1367,"date":"2011-10-11T16:16:15","date_gmt":"2011-10-11T14:16:15","guid":{"rendered":"http:\/\/historikerkraus.de\/blog\/?p=1367"},"modified":"2011-10-10T18:21:31","modified_gmt":"2011-10-10T16:21:31","slug":"historienfilme-und-ihre-geschichtsbilder","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/historikerkraus.de\/blog\/2011\/10\/11\/historienfilme-und-ihre-geschichtsbilder\/","title":{"rendered":"Historienfilme und ihre Geschichtsbilder"},"content":{"rendered":"<p>Und noch eine Kritik am deutschen Geschichtsfernsehen!<\/p>\n<p>Auf dem <a href=\"http:\/\/geschichts-blog.blogspot.com\" target=\"_blank\">&#8222;Geschichtsblog&#8220;<\/a> schreibt Stefan Sasse <a href=\"http:\/\/geschichts-blog.blogspot.com\/2011\/10\/zum-elend-des-deutschen.html\" target=\"_blank\">&#8222;Zum Elend des deutschen Geschichtsfernsehens&#8220;<\/a>.<br \/>\nEr untersucht die vier Kino- und Fernsehfilme <strong>&#8222;Der Untergang&#8220;<\/strong> (Deutschland 2004), <strong>&#8222;Die Flucht&#8220;<\/strong> (Deutschland 2007), <strong>&#8222;Die Gustloff&#8220;<\/strong> (Deutschland 2007) und <strong>&#8222;Die Luftbr\u00fccke&#8220;<\/strong> (Deutschland 2005), die sich allesamt filmisch mit dem Ende des Dritten Reiches bzw. dem Beginn des Kalten Krieges auseinandersetzen. Sasse sieht in ihnen bei aller handwerklichen Qualit\u00e4t die <em>&#8222;konservative Amalgam der Relativierung des Dritten Reiches.&#8220;<\/em> Sein vorweg genommenes Fazit lautet: <em>&#8222;Man muss es sagen wie es ist: die Machart der Filme ist stets professionell, spannend und mitrei\u00dfend, die Botschaft dagegen ist revisionistische Kacke. Man verzeihe mir die harte Wortwahl, aber man kann es kaum netter sagen.&#8220;<!--more--><\/em><\/p>\n<p>Nachdem Stefan Sasse die vier Filme n\u00e4her beleuchtet hat, kommt er abschlie\u00dfend zu der Feststellung: <em>&#8222;Gef\u00e4hrlich f\u00fcr das geschichtliche Bewusstsein der Deutschen sind diese Filme alle. Sie relativieren die Nazizeit in einer Weise, die eine reflektierte und sinnvolle Besch\u00e4ftigung mit ihr praktisch unm\u00f6glich macht, schaffen einen in grellen Schwarz- und Wei\u00dft\u00f6nen gehaltenen Gr\u00fcndungsmythos der BRD und entledigen sich quasi auf dem kalten Wege jeder Mitschulddiskussion der Deutschen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Es lohnt sich, Stefan Sasses Beitrag in G\u00e4nze zu lesen.<\/p>\n<p>Ich kenne nur zwei der vier angesprochenen Filme in G\u00e4nze (Untergang und G\u00fcstrow), kann mich der Kritik aber anschlie\u00dfen. W\u00e4hrend im &#8222;Untergang&#8220; allein die Person Hitlers den Zusammenbruch Deutschlands und das Elend des Krieges darstellt (ausgenommen vielleicht Magda Goebbels [Corinna Harfouch], die mit einer unglaublichen K\u00e4lte als \u00dcberzeugungst\u00e4terin ihre eigenen Kinder ermordet), haben mich in &#8222;Die Gustloff&#8220; die extrem klischeehafte Darstellung &#8222;der Russen&#8220; erschreckt. Glaubt man der Filmdarstellung waren es kaltbl\u00fctige M\u00f6rder und Vergewaltiger, die \u00fcber die arme deutsche Bev\u00f6lkerung herfielen. Die Versenkung eines Fl\u00fcchtlingsschiffes passt dann letztlich ins Bild. Mein Eindruck war: Es wird v\u00f6llig unkritisch das &#8222;Kalte Krieg&#8220;-Motiv von der &#8222;roten Gefahr&#8220; in Szene gesetzt und so nachtr\u00e4glich die Nachkriegsgeschichte mit Auf- und Nachr\u00fcstung gerechtfertigt.<\/p>\n<p>Zu beachten ist m. E. auch, dass in die Zeit der Entstehung dieser vier Filme die teilweise heftige \u00f6ffentliche Debatte um die Errichtung eines &#8222;Zentrums gegen Vertreibungen&#8220; fiel. In den Kontext dieser Debatte wird man die genannten Filme auch einbeziehen m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und noch eine Kritik am deutschen Geschichtsfernsehen! Auf dem &#8222;Geschichtsblog&#8220; schreibt Stefan Sasse &#8222;Zum Elend des deutschen Geschichtsfernsehens&#8220;. 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